Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will beim SPD-Parteitag für das Amt des  stellvertretenden Parteivorsitzenden kandidieren. Nach dem Votum der SPD-Basis für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zur neuen Parteispitze sagte Heil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Jetzt gilt es, die Partei zusammenzuhalten. Die SPD hat Verantwortung für unser Land." Dazu wolle er seinen Beitrag leisten. Wenn sein SPD-Bezirk dies wolle, werde er beim Parteitag vom 6. bis 8. Dezember als SPD-Vize kandidieren.

Heil sprach sich klar für eine Fortführung der großen Koalition aus. "Ich glaube, dass Sozialdemokraten weiterarbeiten sollten für dieses Land, auch in Regierungsverantwortung", sagte er. Heil ist seit Dezember 2009 Vorsitzender des SPD-Bezirks Braunschweig. Er gilt – ebenso wie Olaf Scholz, der mit Klara Geywitz beim SPD-Mitgliederentscheid unterlag – als entschiedener Befürworter des Bündnisses mit der Union.

Esken und Walter-Borjans hatten sich in der Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz gegen die Mitbewerber Olaf Scholz und Klara Geywitz durchgesetzt. Die Bundestagsabgeordnete Esken und der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Walter-Borjans stehen der großen Koalition kritisch gegenüber.

Für den Posten des stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden hatte sich vor zwei Wochen auch Kevin Kühnert ins Gespräch gebracht, der die Kandidatur des erfolgreichen Duos Esken und Walter-Borjans unterstützt hatte. Der Juso-Chef gilt als Gegner der großen Koalition und Kritiker der Politik von Vizekanzler und Finanzminister Scholz.