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Die SPD hat auf ihrem Parteitag für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als neue Doppelspitze gestimmt. Esken erhielt 463 von abgegebenen 626 Stimmen, das sind 75,9 Prozent, Walter-Borjans erhielt 554 von 626 Stimmen, das sind 89,2 Prozent.

Zuvor stimmten die Delegierten auf dem Parteitag mit großer Mehrheit zu, dieses Mal eine Doppelspitze wählen zu wollen. Die Bundestagsabgeordnete und der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister stellten in ihren Bewerbungsreden beim Parteitag in Berlin vor rund 600 Delegierten klar, dass sie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich schließen und mehr Klimaschutz durchsetzen wollen. Beide zweifelten daran, ob das mit der Union in der großen Koalition möglich ist. Es gebe mit ihnen als standhafte SPD-Chefs einen Aufbruch in eine "neue Zeit", sagten Esken und Walter-Borjans unisono. Esken kündigte an, den Niedriglohnsektor "austrocknen" zu wollen; Walter-Borjans stellte die schwarze Null und die Schuldenbremse infrage.

Wichtigstes Thema des Parteitags ist die Zukunft der großen Koalition. "Ich war und ich bin skeptisch, was die Zukunft dieser großen Koalition angeht", sagte Esken, die gemeinsam mit Walter-Borjans den SPD-Mitgliederentscheid für sich entschieden hatte. "Viel zu lange war die SPD in den letzten Jahren in ihrer eigenen Denke mehr große Koalition als eigenständige Kraft." Die SPD gebe der großen Koalition eine "realistische Chance auf eine Fortsetzung" – "nicht mehr, aber auch nicht weniger". Wie ihr Co-Vorsitzender Walter-Borjans kritisierte die 58 Jahre alte SPD-Frau die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Dass diese die Umsetzung der mühsam ausgehandelten Grundrente an den Fortbestand der Koalition knüpfe, sei respektlos. Die Union hatte klargestellt, dass sie den Koalitionsvertrag nicht aufschnüren möchte.