Außenminister Heiko Maas ist auf dem SPD-Bundesparteitag in Berlin in den Vorstand gewählt worden. Maas erhielt 409 Delegiertenstimmen, schaffte die Wahl jedoch erst im zweiten Wahlgang. Zunächst hatte er 227 Delegiertenstimmen erhalten – 290 hätte er gebraucht. Bei der Verkündung seines Ergebnisses ging ein Raunen durch den Saal. Auch andere hochrangige Sozialdemokraten scheiterten im ersten Versuch, nur 14 Beisitzer wurden sofort gewählt.

Im zweiten Wahlgang gewählt wurde auch der sächsische SPD-Chef Martin Dulig, er konnte 456 der nötigen Delegiertenstimmen auf sich vereinen. Es ist bei der SPD durchaus üblich, dass für die Wahl der Beisitzer zwei Wahlgänge nötig sind. Es scheiterten zunächst unter anderen auch der bisherige Parteivize Ralf Stegner, Berlins Regierungschef Michael Müller und die Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe. Stegner und Müller traten daraufhin im zweiten Wahlgang nicht mehr an.

Direkt in das 34-köpfige Gremium gewählt wurde außerdem der Parteilinke und Fraktionsvize Matthias Miersch mit 404 Stimmen. Auch Familienministerin Franziska Giffey, Umweltministerin Svenja Schulze, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und Europa-Staatsminister Michael Roth wurden im ersten Wahlgang gewählt.

Im ersten Wahlgang, bei dem 14 von 24 Beisitzerplätzen vergeben wurden, setzten sich überwiegend Befürworter der Koalition durch. Als entschiedene Koalitionskritiker gelten nur Ex-Juso-Chefin Johanna Uekermann und die Bielefelder Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar, die mit 361 und 356 Stimmen gewählt wurden.

Am Freitag hatten die Delegierten neben den neuen Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans auch die fünf Stellvertreter Klara Geywitz, Hubertus Heil, Kevin Kühnert, Serpil Midyatli und Anke Rehlinger gewählt sowie Generalsekretär Lars Klingbeil und Schatzmeister Dietmar Nietan.

Der Parteivorstand besteht nach einer vom Parteitag verabschiedeten Satzungsänderung aus nur noch 34 statt 45 Menschen. Dazu zählen die beiden Vorsitzenden, die fünf Stellvertreter sowie der Generalsekretär, der Schatzmeister und der EU-Beauftragte. Jeweils mindestens 14 Vorstandsmitglieder müssen Männer beziehungsweise Frauen sein.