Die SPD hat über ihre neue Führung entschieden, aber ein Ende der Debatten über die Partei bedeutet das offenbar noch lange nicht. Auch weil der Mitgliederentscheid zur Wahl der Parteivorsitzenden recht knapp ausfiel und eine große Minderheit hinterlässt, die nun eingebunden werden muss.

Die Widersprüche fangen schon bei der Frage an, ob Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken wirklich für ihr Groko-skeptisches Programm gewählt wurden. Oder ob nicht viel eher das pragmatische, zentristische, aber für viele auch ermüdende Konzept Olaf Scholz abgewählt wurde. Daraus ergibt sich die Frage: Wie viel Spielraum haben die neuen Parteichefs wirklich? 

Besonders Saskia Esken gab sich im innerparteilichen Wahlkampf als Kämpferin für einen Ausstieg aus der großen Koalition. Doch ist ein solcher Schritt der richtige, um die Partei wieder stark zu machen? Und was brächte er, taktisch und strategisch? Kann die SPD jetzt einen Wahlkampf leisten? Mit welchen Spitzenkandidaten? Oder sollte sie bis zum regulären Wahltermin 2021 eine Minderheitsregierung der Union tolerieren? Oder ist es doch zu früh für den Groxit, Mitgliedervotum hin oder her?

Zur näheren Zukunft der Partei stellen sich noch viele weitere Fragen: Wie links muss die SPD jetzt sein, und was bedeutet "links" dabei eigentlich? Welche Rolle muss die Klimafrage, müssen Minderheiten für eine linke Partei spielen und ist das ein Widerspruch zum Anspruch, Arbeiterinnen und Angestellte, aber auch Arbeitslose und Prekäre zu vertreten?

Neues Führungsduo – neue Hoffnung?

Und schließlich die Personalfragen: Welche Rolle sollen Olaf Scholz und Klara Geywitz künftig spielen? Wer aus der zweiten, dritten und vierten Reihe der SPD muss jetzt nach vorn? Was denken Sie, liebe Parteimitglieder und Wählerinnen der SPD zu all diesen Fragen? Welche sind womöglich noch viel wichtiger als diese? Lassen Sie es uns wissen.

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