2011 fand erstmals eine Demonstration unter dem Motto "Wir haben es satt!" für ökologische Landwirtschaft statt. Zum zehnten Mal versammelten sich nun Zehntausende vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Einer ihrer Kritikpunkte: Die EU subventioniert die Landwirtschaft mit Milliardensummen, doch sie differenziert nicht nach der Art des Wirtschaftens. 20 Prozent der Höfe erhalten mehr als drei Viertel der Subventionen – in der Regel die größten Betriebe, die oft nicht nachhaltig arbeiten.

Neuen Schwung erhoffen sich die Organisatoren des Protests von der Klimabewegung. Massentierhaltung ist für einen beträchtlichen Teil des CO2-Ausstoßes verantwortlich, auch einseitige Bodenbewirtschaftung schadet langfristig dem Klima. Zusätzlich fühlen sich Bauern hierzulande vom geplanten EU-Mercosur-Freihandelsabkommen bedroht, das den Import billiger Agrarprodukte aus Südamerika vergrößern könnte. Gerade nachhaltig wirtschaftende Höfe mit geringeren Gewinnspannen setzt das Existenzängsten aus.