Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat im Jahr 2019 von etwa 170.000 Asylentscheidungen nur 3,3 Prozent der Fälle widerrufen. "Diese vergleichsweise geringe Quote zeigt, dass die ursprünglichen Zuerkennungen von Asyl und Flüchtlingsschutz überwiegend zu Recht erfolgten", sagte Bamf-Präsident Hans-Eckhard Sommer in Nürnberg. So seien allein mehr als 115.000 Verfahren zu syrischen Flüchtlingen und weitere etwa 17.000 zu Menschen aus dem Irak noch einmal angeschaut worden.

Die Regelüberprüfung ist ein wichtiges Element des Asylverfahrens. Sie macht es möglich, auf Veränderungen des Schutzbedarfs einer Person zu reagieren und den asylrechtlichen Schutzstatus entsprechend anzupassen, wie das Bamf mitteilte. Eine solche Prüfung sei bei knapp 135.000 Fällen erfolgt. Dazu kämen anlassbezogene Widerrufs- und Rücknahmeprüfungen.

Sie erfolgten beispielsweise nach Hinweisen von Ausländer- oder Sicherheitsbehörden. Dies sei dann der Fall, wenn etwa der Verdacht der Täuschung über die Identität oder Staatsangehörigkeit, Fortzug ins Herkunftsland, Begehung von Straftaten oder auch sicherheitsrelevante Erkenntnisse vorliegen. Hier seien im vergangenen Jahr rund 36.000 Prüfungen erfolgt.

Allein aus den Jahren 2014/2015 seien mehr als 142.000 Entscheidungen 2019 erneut angeschaut worden, hieß es. Insgesamt müssten bis einschließlich kommenden Jahres noch rund 480.000 Verfahren erneut geprüft werden. Mit der Bearbeitung von solchen aus dem Jahr 2016 habe man bereits im vergangenen Jahr begonnen, so Sommer.