Das Bundesjustizministerium will einem Gesetzentwurf zufolge Operationen verbieten, die das Geschlecht von Kindern verändern. Demnach sollen Eingriffe an den inneren und äußeren Geschlechtsmerkmalen nur noch dann zulässig sein, wenn die Gesundheit des Kindes gefährdet ist.

Kinder, die ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale geboren werden, würden in Deutschland häufig operiert, obwohl der Eingriff medizinisch nicht notwendig sei, heißt es in dem Entwurf. Oft wollten Eltern und Ärzte die Kinder damit vor sozialen Problemen schützen – aber niemand könne die geschlechtliche Entwicklung eines Kindes so früh vorhersehen. Der Entschluss solle aufgeschoben werden, bis das Kind "die nötige Reife für eine eigene Entscheidung" habe.

14-Jährige sollen mit Genehmigung des Familiengerichts selbst entscheiden dürfen, ob sie operiert werden wollen. Das Gericht erteilt die Genehmigung, wenn Kind und Eltern einwilligen und die Entscheidung dem Kindeswohl nicht widerspricht.

Wie viele Kinder betroffen sein könnten, ist unklar, da Geburten von Babys mit uneindeutigem Geschlecht in Deutschland statistisch nicht erfasst werden. Das Bundesverfassungsgericht ging 2017 davon aus, dass etwa eines von 500 Neugeborenen betroffen ist, es gibt allerdings auch Studien, die eine deutlich geringere Häufigkeit ausweisen.