Die beiden Volksparteien CDU und SPD haben im vergangenen Jahr einen Mitgliederrückgang verzeichnen müssen, ebenso die Linke. Die vier weiteren im Bundestag vertretenen Parteien konnten hingegen teilweise deutlich hinzugewinnen.

Einer Sprecherin der SPD zufolge hatte die Partei Ende Dezember 2019 etwas mehr als 419.300 Mitglieder. Verglichen mit der Vorjahreszahl waren das etwa 18.500 Mitglieder weniger. Hinter der Partei liegt aufgrund von Mitgliederentscheiden und der Wahl der neuen Doppelspitze mit Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken ein turbulentes Jahr. Dennoch ist die SPD immer noch die mitgliederstärkste Partei in Deutschland.

Auch bei der CDU gab es Einbußen. Die Partei verlor in 2019 rund 9.200 Mitglieder. Ende November gab es etwas weniger als 407.350 Christdemokratinnen und Christdemokraten. Ein Jahr zuvor hatte die Partei zum gleichen Zeitpunkt knapp über 416.550 Mitglieder.

Starker Zuwachs bei den Grünen

Von den Oppositionsparteien muss auch die Linke einen Mitgliederrückgang verbuchen. Laut den aktuellsten Daten von Ende September 2019 waren rund 61.055 Menschen Mitglied der Partei. Gemessen am Gesamtjahr 2018, wo die Partei 62.000 Mitglieder hatte, sind das knapp 1.000 weniger.

Die übrigen im Bundestag vertretenen Parteien konnten sich hingegen über einen Zugewinn an Mitgliedern freuen. So haben die Grünen derzeit rund 95.000 Mitglieder. Damit haben sie in den knapp zwei Jahren, in denen Annalena Baerbock und Robert Habeck an der Spitze stehen, rund 20.000 Mitglieder hinzugewonnen.

CSU stoppt Negativtrend

Bei der CSU sei es die erfreulichste Entwicklung seit sechs Jahren, kommentierte Generalsekretär Markus Blume den Zulauf bei seiner Partei. Die Christsozialen hatten Anfang Dezember 2019 rund 140.880 Mitglieder. Im Vorjahr waren es noch 139.100 und damit etwa 1.780 weniger gewesen.

Auch die FDP konnte Zugewinne vermelden. Hatten die Liberalen 2018 noch 63.900 Mitglieder, waren es Ende Dezember 2019 rund 65.500, also 1.600 mehr. FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg sagte: "Gerade in Zeiten, in denen illiberale Tendenzen von links und rechts wieder Konjunktur haben, stimmt uns diese Mitgliederentwicklung und das Interesse an einer Politik, die Freiheit und Verantwortung betont, sehr positiv."

Auch die AfD konnte 2019 1.600 neue Mitglieder begrüßen. Nach Auskunft der AfD-Geschäftsstelle gab es im vergangenen Jahr zwar 4.000 Parteiaustritte, diese konnten allerdings durch 5.600 Eintritte kompensiert werden. Am Neujahrstag dieses Jahres verzeichnete sie damit etwas über 35.100 Mitglieder. Genau ein Jahr zuvor waren es noch knapp über 33.500.