Die stellvertretende SPD-Vorsitzende, Klara Geywitz, hat den Medien eine unfaire Haltung gegenüber der neuen SPD-Doppelspitze vorgeworfen. Vor allem Saskia Esken werde zu hart kritisiert, weil sie eine Frau sei, sagte Geywitz in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

"Die Häme, mit der manche Journalisten den neuen Vorsitzenden begegnen, finde ich befremdlich", sagte sie. Dabei werde vor allem an Esken "sehr harte und hämische Kritik geübt". Weil Esken eine Frau ist, werde sie in den Medien negativer beurteilt als ihr Kollege.

Die neue SPD-Spitze hatte binnen kurzer Zeit teils kontroverse Forderungen gestellt: etwa eine Reduktion der deutschen Rüstungsexporte, eine Steuer für Eigentümer, deren Grundstück stark im Wert stieg, sowie höhere Rentenbeiträge für Besserverdienende. Zudem wurde Esken auch für ihre Forderung nach einer Überprüfung des Polizeieinsatzes in Leipzig während der Silvesternacht kritisiert.

Geywitz sprach sich für Geduld mit Esken und Walter-Borjans aus. "Ich meine, man sollte dem neuen Team an der Spitze der SPD hundert Tage einräumen, in denen sie sich einarbeiten", sagte sie dem Tagesspiegel. Geywitz war gemeinsam mit Vizekanzler Olaf Scholz Ende November Esken und Walter-Borjans im Ringen um den SPD-Parteivorsitz unterlegen.