Angesichts der schwierigen Mehrheitsverhältnisse nach der Landtagswahl in Thüringen hat der frühere Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) seine Partei zu neuen Formen der Kooperation mit der Linken aufgefordert. In der Thüringer Allgemeinen schlug er eine gemeinsame "Projektregierung" zwischen CDU und Linken vor. Zugleich regte er an, dass Ex-Bundespräsident Joachim Gauck bei derartigen Gesprächen zwischen beiden Parteien vermitteln könne.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lobte den Vorstoß. "Ich begrüße jede Bewegung in der CDU, die am Ende zu einer verlässlichen Regierungsarbeit führt", sagte er der Zeitung.

Ramelow ist seit der Landtagswahl vom 27. Oktober nur noch geschäftsführend im Amt – und zwar so lange, bis eine neue Regierung gebildet ist. Seine Linkspartei will dabei zusammen mit SPD und Grünen koalieren. Eine solche Minderheitsregierung wäre allerdings fallweise auf die Unterstützung der Oppositionsparteien angewiesen.

Tatsächlich wirbt Ramelow seit längerem für neue Formen der Zusammenarbeit des geplanten rot-rot-grünen Bündnisses mit CDU und FDP bei konkreten Vorhaben. Eine Kooperation mit der AfD schließt er in jedem Fall aus. Spätestens Ende Februar will sich der Linken-Politiker im Landtag erneut zum Ministerpräsidenten wählen lassen.