Fünf rechtsradikale Männer sind auf das Dach des WDR-Funkhauses in Köln geklettert und haben dort ein großes Banner entrollt. Darauf stand "WDRliche Medienhetze stoppen! GEZ sabotieren!" Außerdem warfen sie Flugblätter auf den Wallraffplatz herunter. Nach einem Zeugenhinweis sperrte die Polizei den Bereich vor dem Funkhaus ab und nahm die Männer in Empfang, als sie auf einer mitgebrachten Leiter vom Dach herunterstiegen.

Die Feuerwehr entfernte das Banner, das von der Polizei sichergestellt wurde. Der Staatsschutz der Polizei Köln ermittelt nun wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und wegen Hausfriedensbruchs. Ein Polizeisprecher sagte, die Männer seien einer rechts orientierten Gruppe zuzuordnen.

Am Samstag hatten mehr als 1.000 Befürworterinnen und Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vor der Zentrale des WDR in Köln demonstriert. Es kam zu Tumulten und Rangeleien mit der Polizei. Beamtinnen und Beamte erteilten acht Platzverweise. In 20 Fällen leiteten sie Ermittlungen ein, unter anderem wegen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Diebstahl.

Hintergrund der rechten und in Teilen rechtsextremen Kundgebung war das umstrittene "Umweltsau"-Lied des WDR-Kinderchors. Das Motto des Protestes lautete "Gegen GEZ und gegen Instrumentalisierung von Kindern gegen ältere Menschen".

Das Bündnis "Köln gegen Rechts" organisierte eine Gegenkundgebung unter der Überschrift "Kein Einknicken vor Hass und Hetze – Klare Kante gegen Rechts". Diese Veranstaltung wurde auch von der Gewerkschaft ver.di und dem Deutschen Journalisten-Verband unterstützt. Die Demonstrierenden der Gegenseite waren klar in der Mehrheit.

Der DJV-Vorsitzende Frank Überall verteidigte die WDR-Satire: "Ganz gleich, ob einem der Song von der 'Umweltsau' gefällt oder nicht: Er verletzt keine Werte", sagte er. Man müsse deshalb so ein satirisches Lied aushalten. Das gelte auch für den Intendanten. "Gerade dann sollte man nicht öffentlich rumpoltern, es sei falsch gewesen, das überhaupt zu senden", sagte Überall.