CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer verzichtet auf eine Kanzlerkandidatur und wird auch den Parteivorsitz abgeben. Das habe Kramp-Karrenbauer dem CDU-Präsidium mitgeteilt, sagte ein Sprecher der Partei. Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte Kramp-Karrenbauer laut Sitzungsteilnehmern für ihre Arbeit und sprach sich dafür aus, dass sie Verteidigungsministerin bleibt.

Kramp-Karrenbauer sagte demnach, es gebe "ein ungeklärtes Verhältnis von Teilen der CDU mit AfD und Linken". Sie sei strikt gegen eine Zusammenarbeit mit den beiden Parteien. Zudem sei offensichtlich, dass Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur in eine Hand gehörten.

Sie werde zum Sommer den Prozess der Kanzlerkandidatur organisieren, die Partei weiter auf die Zukunft vorbereiten und dann den Parteivorsitz abgeben, hieß es weiter. Details will Kramp-Karrenbauer bei einer Pressekonferenz am Montagmittag mitteilen.

Kramp-Karrenbauer war Ende 2018 zur CDU-Vorsitzenden gewählt worden und damit Angela Merkel an der Parteispitze gefolgt. Seit Juli 2019 ist sie Verteidigungsministerin. Als Kanzlerkandidaten der Union waren neben ihr immer wieder im Gespräch: der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, CSU-Chef Markus Söder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Im Präsidium meldete Berichten zufolge keiner der Anwesenden seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur an. Präsidiumsmitglied Laschet, der den größten CDU-Landesverband in NRW führt, war nicht anwesend.

Linke-Parteichefin Katja Kipping warnte die CDU mit Blick auf den Rücktritt vor einer Annäherung an die AfD. Es sei Kramp-Karrenbauers Verdienst, die Abgrenzung der Union nach rechts gehalten und damit "die Seele der Union bewahrt" zu haben.

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