Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat ausgeschlossen, in seinem Bundesland jemals mithilfe von Rechtspopulisten wie der AfD zu regieren. "Wir wollen keinerlei Kooperation, Zusammenarbeit, Duldung – auch nix Zufälliges. So was wird es in Nordrhein-Westfalen nie geben. Das ist die Botschaft", sagte Laschet in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen. Bei allem Streit zwischen den vier demokratischen Parteien im Landtag sei in Nordrhein-Westfalen klar: "Nie wieder eine rechte Machtergreifung in Deutschland. Da sind wir einig und dafür stehen wir."

Glücklicherweise zählten die Wahlergebnisse der AfD in NRW zu den geringsten in ganz Deutschland, sagte Laschet. Hier werde Spielereien mit der Demokratie kein Raum gegeben. Das sei "nordrhein-westfälische Tradition". Die AfD war 2017 erstmals in den NRW-Landtag eingezogen, nachdem sie bei der Wahl 7,4 Prozent der Stimmen erhalten hatte.

In Thüringen war am Mittwoch vergangener Woche der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit den Stimmen von CDU und AfD überraschend zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Die gemeinsame Abstimmung war von vielen Seiten als Dammbruch kritisiert worden und hatte in der CDU einen Richtungsstreit ausgelöst, in dessen Folge die Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Rückzug von der Parteispitze ankündigte.

Laschet warf der AfD vor, sie freue sich, dass über ihr "Verächtlichmachen, dieses Tricksen" in Thüringen auch die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Funktion verliere, "weil sie den Spaltpilz in die demokratischen Institutionen gelegt habe". Dies dürfe nicht mehr zugelassen werden.

Laschet gilt neben dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als aussichtsreicher Anwärter auf den Parteivorsitz und eine Kanzlerkandidatur. Der 58-jährige CDU-Bundesvize äußerte sich bislang allerdings nicht zu einer möglichen Bewerbung.