Unbekannte haben das Wohnhaus der FDP-Politikerin Karoline Preisler in Barth mit Feuerwerkskörpern beschossen. Polizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen. Unklar sei, ob der Vorfall mit den Vorgängen um die FDP in Thüringen zu tun haben könnte, sagte ein Polizeisprecher in Neubrandenburg. Verletzt wurde niemand.

Preisler war beim Europawahlkampf 2018 für die Liberalen angetreten. Auf Twitter schrieb sie: "Die Jüngste hat es in ihrer Unschuld für ein Jugendfeuerwerk gehalten, als das Haus, sie und ich heute mit Feuerwerk beschossen wurden. Doch war es einfach nur Gewalt".

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg verurteilte zuvor Anfeindungen von Mitgliedern ihrer Partei nach der Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen."Für die in Thüringen gemachten Fehler haben wir Freien Demokraten uns entschuldigt. Selbstverständlich stellen wir uns kritischen Fragen. Nur so können wir verlorenes Vertrauen zurückgewinnen", sagte Teuteberg.

"Wenn jetzt aber Mitglieder der FDP angefeindet und bedroht werden, dann ist das inakzeptabel". Es gehe hier um anständige Menschen, die sich ehrenamtlich für unsere Demokratie engagierten. "Hier sollten wir als Demokraten, über Parteigrenzen hinweg, ein Zeichen gegen Hass und Hetze setzen". In den vergangenen Tagen war unter anderem die FDP-Zentrale in Düsseldorf mit Parolen besprüht worden.

Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich war am Mittwoch im Landtag in Erfurt zum Ministerpräsidenten Thüringens gewählt worden — auch von der AfD, deren Landtagsfraktion von Björn Höcke geleitet wird. Kemmerich war anschließend massiv kritisiert worden, weil er die Wahl, die er ohne die Stimmen der AfD nicht gewonnen hätte, annahm. Er trat später zurück, ist aber aktuell noch geschäftsführend im Amt. Die FDP hatte bei der Landtagswahl in Thüringen im vergangenen Jahr 5,0 Prozent erreicht und damit nur äußerst knapp den Einzug ins Parlament geschafft.