Friedrich Merz will laut Medienberichten erneut als CDU-Vorsitzender kandidieren. Das melden die Nachrichtenagentur dpa und die Bild-Zeitung unter Berufung auf sein Umfeld. Merz sei entschlossen, zu kandidieren, wisse die Parteibasis hinter sich und fühle sich durch aktuelle Umfragen ermutigt, hieß es laut dpa. 

Ein Sprecher wollte den Bericht auf Nachfrage von ZEIT ONLINE nicht bestätigten, dementierte eine Bewerbung des ehemaligen Unionsfraktionschefs aber auch nicht. Merz wolle sich bis auf Weiteres nicht äußern, teilte er mit.

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur erklärt. Zudem hatte sie angekündigt, sich nicht wieder um den Parteivorsitz zu bewerben. Der Kanzlerkandidat soll nach ihren Vorstellungen auch den CDU-Vorsitz übernehmen. In der Partei gibt es bereits erste Überlegungen für einen Sonderparteitag noch vor der Sommerpause, auf dem ein neuer Parteivorsitzender gewählt und nach Absprache mit der CSU der Kanzlerkandidat bestimmt werden soll.

Kramp-Karrenbauer will potenzielle Nachfolger treffen

In der kommenden Woche will Kramp-Karrenbauer mit Interessenten für ihre Nachfolge und die Kanzlerkandidatur sprechen. Ein entsprechender Bericht der Rheinischen Post wurde ZEIT ONLINE aus CDU-Kreisen bestätigt. Einen genauen Termin gebe es noch nicht. Neben Friedrich Merz gelten Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als mögliche Bewerber für den Parteivorsitz.

Kramp-Karrenbauer dämpfte jedoch die Erwartungen an eine rasche Entscheidung. Erst nach Ende ihrer Gespräche mit Interessenten für den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur könne es Klarheit geben, hieß es aus dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Am 24. Februar sei eine reguläre Sitzung der Parteipräsidiums, dort werde Kramp-Karrenbauer über den aktuellen Stand der Entwicklungen informieren.

Kramp-Karrenbauer sei von führenden Präsidiumsmitgliedern gebeten worden, keinen Termin für die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden zu nennen, um keinen Zeitdruck aufzubauen. Sie habe dieser Bitte zum Wohle der Partei zugestimmt. Dies sei der ausdrückliche Wunsch des Präsidiums gewesen, nicht die Idee von ihr, hieß es weiter.

Merz zeigte sich laut dpa offen für die Wahl des Vorsitzenden über eine Mitgliederbefragung, aber nicht für einen bindenden Mitgliederentscheid. Er hatte sich bereits im Herbst 2018 um den Parteivorsitz beworben, war auf dem Parteitag im Dezember 2018 Kramp-Karrenbauer aber knapp unterlegen.