Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird voraussichtlich bald einen konkreten Vorschlag für den Prozess zur Findung ihres Nachfolgers machen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte dem Magazin Focus, Kramp-Karrenbauer werden den Übergangsprozess "in Verantwortung organisieren". Er ergänzte: "Sie wird uns am 24. Februar einen Vorschlag machen."

Aus der CDU-Parteizentrale hieß es am Freitag, Kramp-Karrenbauer werde am 24. Februar über den aktuellen Stand der Gespräche mit möglichen Kandidaten informieren. Sie will diese in der kommenden Woche aufnehmen. Ob es bis zum Ende der kommenden Woche bereits eine Entscheidung über den Kandidaten für den CDU-Vorsitz geben könnte, blieb offen. Für die Aufgabe werden Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn gehandelt.

In der Parteizentrale sondiert man, ob der neue Vorsitzende bereits auf einem Parteitag im April, Mai oder Juni gewählt werden könnte. Das müsste der Parteivorstand so beschließen. Bislang ist der reguläre Wahlparteitag für die erste Dezemberwoche in Stuttgart angesetzt. Dort soll auch das neue Grundsatzprogramm der CDU beschlossen werden.

Kretschmer plädierte für eine Wahl des neuen Parteichefs im Herbst. "Ich würde den Parteitag im Herbst so organisieren, dass dort eine Wahl für den Parteivorsitz stattfindet. Im Anschluss wird dann mit der CSU über die Kanzlerkandidatur beraten", sagte er dem Focus. Das sei mit großer Wahrscheinlichkeit dann der Parteivorsitzende der CDU.