SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee hält eine Wahl Bodo Ramelows (Linke) zum Ministerpräsidenten von Thüringen weiter für möglich. "Ich denke, dass es möglich sein wird, Bodo Ramelow im ersten Wahlgang zusammen mit der CDU zu wählen. Da deutet sich an, dass es Bewegung gibt bei der CDU", sagte Tiefensee im RBB-Inforadio. Beim Zeitpunkt für eine Neuwahl lägen Linke, SPD, Grüne und die CDU aber noch immer weit auseinander.

Die vier Parteien wollen sich an diesem Freitag erneut treffen und dann möglichst auch Entscheidungen treffen. Tiefensee sagte allerdings: Bis Freitagabend eine Lösung zu präsentieren werde "sehr, sehr schwer". Aber er hoffe darauf. Der SPD-Landeschef schloss für sich erneut aus, für das Amt des Ministerpräsidenten anzutreten, um einen für die CDU wählbaren Kandidaten zu präsentieren.

Rot-Rot-Grün möchte in Thüringen regieren, hat aber keine eigene Mehrheit und ist auf Stimmen von CDU oder FDP angewiesen. Beide Parteien haben zusammen noch weniger Stimmen als das Linksbündnis. Eine Zusammenarbeit mit der AfD kommt für keine der Parteien infrage.

Vor allem SPD und Linke fordern eine zügige Neuwahl. Die CDU hingegen bevorzugt eine Übergangsregierung bis Ende 2021, sie will eine sofortige Neuwahl des Landtags vermeiden. Umfragen sagen der Partei dabei große Verluste voraus.

Um die CDU zu überzeugen, hatte Bodo Ramelow vorgeschlagen, für kurze Zeit die ehemalige Ministerpräsidenten Christine Lieberknecht als Übergangsregierungschefin zu installieren. Die CDU wollte dem aber nur unter Bedingungen zustimmen und Lieberknecht sagte wieder ab. "Wir müssen festhalten, dass auch diese gute Lösung wieder an der CDU gescheitert ist, weil die CDU von Christine Lieberknecht verlangt hat, dass sie ein Jahr im Amt bleibt", sagte Tiefensee dem RBB.