Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sieht derzeit keine Chance für einen Verabschiedung der Grundrente für Geringverdiener im Bundestag. Der CDU-Abgeordnete nannte zwei Bedingungen für die Zustimmung seiner Fraktion zu dem Entwurf: Die zuständigen Ministerien unter SPD-Führung müssten "eine seriöse Finanzierung" vorlegen – "und die ist nicht da", kritisierte er. Außerdem müssten sie sicherstellen, dass es vor der Auszahlung wie vereinbart eine funktionierende Bedarfsprüfung gibt. Hier hätten Arbeitsminister Hubertus Heil und Finanzminister Olaf Scholz (beide SPD) nicht geliefert.
Dass der Gesetzentwurf am Freitag in erster Lesung im Bundestag beraten werde, bedeute nicht, dass die Unionsfraktion die Vorlage in der derzeitigen Form akzeptiere, sagte Brinkhaus. Wenn die SPD die Bedingungen nicht erfülle, "dann geht das nicht in die zweite und dritte Lesung", sagte er. Dann könnte das Gesetz auch nicht verabschiedet werden.
Brinkhaus warnte die SPD, auf ein Einknicken der Union zu spekulieren. Seine Fraktion werde einer Grundrente ohne Finanzierungskonzept und ohne Bedarfsprüfung nicht zustimmen: "Wer damit rechnet, hat sich vertan."
Rolf Mützenich warnt vor Verzögerungstaktik
SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich dagegen warnte die Union vor Verzögerungstaktik. Die SPD halte an dem Ziel fest, die neue Leistung ab dem 1. Januar 2021 auszuzahlen. Mützenich äußerte die "Hoffnung, dass wir auch von der Öffentlichkeit in dem Vorhaben unterstützt werden", die Grundrente zügig auf den Weg zu bringen.
In der Union gibt es Vorbehalte gegen die Grundrente. Dieses soll ab Anfang nächsten Jahres die Rentenansprüche von Geringverdienern aufstocken. Heil geht davon aus, dass etwa 1,3 Millionen der rund 21 Millionen Rentner von dem Aufschlag profitieren. Bedingung ist, dass sie durch Erwerbstätigkeit, Kindererziehung oder Pflegezeiten mindestens 33 Beitragsjahre in der Rentenversicherung haben. Entgegen dem Willen der SPD kam der im Februar vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf im April noch nicht in den Bundestag. Auch die Deutsche Rentenversicherung hat Bedenken hinsichtlich der fristgerechten Einführung der neuen Leistung.
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sieht derzeit keine Chance für einen Verabschiedung der Grundrente für Geringverdiener im Bundestag. Der CDU-Abgeordnete nannte zwei Bedingungen für die Zustimmung seiner Fraktion zu dem Entwurf: Die zuständigen Ministerien unter SPD-Führung müssten "eine seriöse Finanzierung" vorlegen – "und die ist nicht da", kritisierte er. Außerdem müssten sie sicherstellen, dass es vor der Auszahlung wie vereinbart eine funktionierende Bedarfsprüfung gibt. Hier hätten Arbeitsminister Hubertus Heil und Finanzminister Olaf Scholz (beide SPD) nicht geliefert.