Deutschland sucht den Impfpass. So lautete das Motto einer Werbekampagne der Bundesregierung für die Masernschutzimpfung. Nun wird diskutiert, ob man bei Bahnfahrten und Flügen, Hotelaufenthalten, Besuchen im Altersheim, in Kinos und Theatern, Kneipen und Schwimmbädern die Vorlage eines Impfnachweises gegen das Covid-19-Virus zur Pflicht machen soll. Klar sollte man das. Jedenfalls von dem Zeitpunkt an, da die Impfung für alle, die sie haben wollen, verfügbar ist. Und in manchen Fällen früher.
Die Masernkampagne war mäßig lustig und mäßig erfolgreich. So mäßig, dass ausgerechnet die liberale FDP auf ihrem Parteitag 2017 eine allgemeine Impfpflicht für Kinder bis 14 Jahre forderte. "Denn auch das Erziehungsrecht der Eltern kennt Grenzen, wenn es zulasten des Wohlergehens und der Gesundheit der Kinder geht", hieß es in der Begründung. "Kinder sollten deshalb zum Schutze ihrer körperlichen Unversehrtheit ein Recht auf Impfschutz erhalten." Nun gibt es ja ein Recht auf Impfschutz; es ist nicht dasselbe wie eine Pflicht zum Impfen. Aber man sieht, wohin die gedankliche und rechtliche Reise auch bei der Covid-Impfung gehen könnte.