Die Bundesregierung will mit zwei Milliarden Euro die Folgen der Corona-Krise für Kinder und Jugendliche abdämpfen. Hierzu hat das Bundeskabinett ein Aktionsprogramm Aufholen auf den Weg gebracht. Dabei ist eine Milliarde Euro für Nachhilfe- und Förderprogramme für Schülerinnen und Schüler gedacht, die Lernrückstände aufholen müssen. Eine weitere Milliarde Euro soll in soziale Maßnahmen investiert werden, um auch die psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Hier geht es um eine Aufstockung von bestehenden Programmen im Bereich frühkindlicher Bildung, in der Schulsozialarbeit und im Freizeitbereich.
Geplant ist auch eine Einmalzahlung von 100 Euro für Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind oder nur ein sehr geringes Einkommen haben. Das Geld soll je nach Bedarf für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden können. Eine Auszahlung könnte im August erfolgen. Dafür sowie für Ferienfreizeiten und außerschulische Angebote sind 530 Millionen Euro eingeplant.
Zusätzliche Unterstützung in Kernfächern wie Deutsch und Mathe
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sprach von "wegweisenden Beschlüssen" für die Zukunft der Kinder. Mit dem Corona-Aktionsprogramm solle erreicht werden, "dass die Kinder möglichst unbeschadet durch die Pandemie kommen". Man müsse davon ausgehen, dass 20 bis 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler deutliche Lernrückstände durch Schulschließungen hätten. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wertete das Aufholpaket als "klares Signal, dass wir Kinder und Jugendliche und ihre Familien berücksichtigen". Es gehe nicht nur um das Nachholen des versäumten Unterrichtsstoffs, sondern auch um außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote.
Bei den Angeboten solle es um Kernfächer wie Deutsch und Mathematik gehen. Das Programm solle mit dem kommenden Schuljahr beginnen, aber bereits im Sommer Initiativen ermöglichen. Familienministerin Giffey will zudem Sprachprogramme besonders in sozialen Brennpunkten, frühe Hilfen für Familien sowie Ferienfreizeiten und außerschulische Angebote zusätzlich fördern und laufende Programme wie Mehrfamilienhäuser aufstocken. Ferner sollen Kinder in bedürftigen Familien zusätzlich finanziell unterstützt werden.
Gesetzlicher Anspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026
Zudem beschloss das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf für einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Dies hatten Union und SPD bereits im Koalitionsvertrag vereinbart. Kinder, die ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeschult werden, sollen nach den Plänen von Bundesfamilien- und Bundesbildungsministerium in den ersten vier Schuljahren einen Anspruch auf ganztägige Betreuung bekommen – für mindestens acht Stunden an Wochentagen und auch in den Ferien. Das Angebot solle freiwillig sein und sowohl für Horte als auch in offenen und gebundenen Ganztagsschulen gelten.
Ursprünglich war der Start des Programms schon ein Jahr früher vorgesehen. Wegen Kritik aus den Ländern soll es nun aber mehr Zeit für den Ausbau geben. Die Länder haben eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an den laufenden Betriebskosten für die Ganztagsplätze gefordert. Auch hier gibt es den Angaben zufolge ein Entgegenkommen – der Bund will 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. An den laufenden Kosten will sich der Bund ebenfalls beteiligen, dafür sollen die Mittel jährlich stufenweise anwachsen und 2030 insgesamt 960 Millionen Euro pro Jahr erreichen. Das Gesetz soll nach dem Willen der Regierung noch vor der Bundestagswahl im September beschlossen werden.
Laut Familienministerin Giffey könne der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung "zum Gamechanger für mehr Vereinbarkeit und Bildungsgerechtigkeit" werden. Dazu müssten zusätzlich 800.000 Plätze geschaffen werden. Bildungsministerin Karliczek sprach von einem "Meilenstein in der weiteren Modernisierung Deutschlands". Es gehe auch darum, "Kinder in der Anfangszeit ihres Schulbesuchs individueller fördern zu können".
Die Bundesregierung will mit zwei Milliarden Euro die Folgen der Corona-Krise für Kinder und Jugendliche abdämpfen. Hierzu hat das Bundeskabinett ein Aktionsprogramm Aufholen auf den Weg gebracht. Dabei ist eine Milliarde Euro für Nachhilfe- und Förderprogramme für Schülerinnen und Schüler gedacht, die Lernrückstände aufholen müssen. Eine weitere Milliarde Euro soll in soziale Maßnahmen investiert werden, um auch die psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Hier geht es um eine Aufstockung von bestehenden Programmen im Bereich frühkindlicher Bildung, in der Schulsozialarbeit und im Freizeitbereich.