Zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl liegt die CDU auch im Bundesland ihres Kanzlerkandidaten Armin Laschet in einer Umfrage hinter der SPD. In einer Erhebung des Civey-Instituts im Auftrag von Sat.1 NRW kommt die CDU in Nordrhein-Westfalen auf 24 Prozent der Stimmen, die SPD auf 28 Prozent, wie der Sender in Dortmund mitteilte. Die Grünen würden demnach 16 Prozent der Befragten in Nordrhein-Westfalen wählen. Die Umfrage ist repräsentativ und basiert auf einer Befragung von rund 1.900 wahlberechtigten Bürgern und Bürgerinnen in NRW in den vergangenen Tagen, teilte Sat.1 NRW mit.

Erst am Dienstag war die Union in einer Umfrage bundesweit unter 20 Prozent gefallen. Stärkste Kraft war bei der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa die SPD mit 25 Prozent.

Den Trend bestätigt auch eine neue Umfrage des Allensbach-Instituts, wonach die SPD auch hier mit Platz eins rechnen kann. Wenn bereits jetzt gewählt würde, käme die Partei mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz sogar auf 27 Prozent. Das wäre auch ein Plus von drei Punkten im Vergleich zur vorigen Umfrage des Instituts, die zwischen Mitte und Ende August durchgeführt wurde. Die repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach war im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung durchgeführt worden. Für die CDU/CSU ermittelten die Meinungsforschenden immerhin noch 25 Prozent – ein Rückgang von einem Prozentpunkt. Damit lag die Union bei Allensbach erstmals nicht mehr auf dem Spitzenplatz.

Die Grünen liegen nach dieser Umfrage bei 15,5 Prozent (minus 1,5 Prozentpunkte). Die AfD sieht Allensbach bei 11 Prozent, die FDP bei 9,5 Prozent und die Linke bei 6 Prozent.

Absturz für die CSU in Bayern auf unter 30 Prozent

Unterdessen droht auch der CSU in Bayern ein Absturz unter die Marke von 30 Prozent. Einer Befragung des Instituts Infratest dimap im Auftrag des Bayerischen Rundfunks (BR) zufolge käme die Partei von Ministerpräsident Markus Söder auf lediglich 28 Prozent, wenn bereits an diesem Sonntag der Bundestag gewählt würde.

Wäre dies der tatsächliche Wahlausgang, würde die CSU damit ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis in Bayern einfahren. Ihr bisher schlechtestes Ergebnis erzielte die Partei 2017 – damals kam sie aber auf immerhin 38,8 Prozent. Auch eine am Dienstag veröffentlichte Befragung des Instituts GMS für den Sender Sat.1 sah die CSU mit Blick auf die Bundestagswahl bereits bei 29 Prozent.

Im Vergleich zur zurückliegenden BR-Umfrage von Anfang Juli verliert die CSU damit acht Prozentpunkte. Die SPD in Bayern hingegen würde deutlich auf 18 Prozent zulegen – ein Plus von neun Punkten seit Juli. Die Grünen würden der Umfrage zufolge bei einer Bundestagswahl an diesem Sonntag mit 16 Prozent bei einem Minus von zwei Punkten die drittstärkste Kraft in Bayern werden, gefolgt von der FDP mit zwölf Prozent bei einem Plus von einem Punkt und der AfD mit unverändert zehn Prozent. Die Freien Wähler lägen bei sieben Prozent, die Linke bei drei Prozent. Infratest dimap hatte für die BR-Umfrage von Donnerstag vergangener Woche bis Montag dieser Woche 1.195 Menschen befragt.

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen die Gewichtung der erhobenen Daten.