Plagiatsjäger Stefan Weber hat nach eigenen Angaben weitere fragwürdige Stellen in den Büchern der Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) gefunden. Die Untersuchung von Baerbocks Buch Jetzt. Wie wir unser Land erneuern habe er bei 100 Plagiatsfragmenten beendet und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, teilte Weber zu Beginn der Woche mit. Zuerst hatte die Bild-Zeitung berichtet.

Auch beim Buch des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet führt Weber weitere auffällige Stellen auf. Bei Laschets Buch Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance sieht Weber insgesamt 17 kritische Fragmente.

Vorwürfe erhebt er zudem gegen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Beim Buch Hoffnungsland. Eine neue deutsche Wirklichkeit spricht er von drei verifizierten Plagiatsfragmenten. Die Prüfung des Buches von Scholz sei noch nicht abgeschlossen. Erste Übereinstimmungen gebe es auch bei seinen Reden zu verzeichnen. Von den Betroffenen äußerte sich zunächst niemand zu Webers Berichten.

Baerbock bezeichnete Weber als "Frau Guttenberg des politischen Sachbuchs". "Abgekupfert wird im politischen Diskurs offenbar genauso dreist wie in der Wissenschaft, aber bei niemandem konnte man es bislang so werkprägend dokumentieren wie bei Annalena Baerbock", sagte Weber. Aber auch von Laschet und Scholz "würde man sich erwarten, dass sie immer dann, wenn sie nicht in direkter Rede zitieren, eigene Worte verwenden".

Baerbock hatte bereits mehrfach eingeräumt, bei ihrem Buch Fehler gemacht zu haben. Ihr Verlag hatte angekündigt, das Buch mit zusätzlichen Quellenangaben zu versehen. Laschet hatte Ende Juli erklärt, in seinem Buch aus dem Jahr 2009 gebe es offenkundig Fehler, die er verantworte.

Bundestagswahl 2021 - Annalena Baerbock im Kanzlerkandidatinnen-Check Zuerst bekam sie viel Zuspruch. Nach heftiger Kritik durch politische Gegner schwindet die Zustimmung für die Grünen-Chefin. Was will Baerbock und was wirft man ihr vor? © Foto: Carsten Koall/Getty Images