Die Bundeswehr erhält ein zentral in Berlin angesiedeltes Führungskommando.
Das kündigte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) an. "Bislang waren die territorialen Führungsaufgaben über viele Bereiche
verteilt", sagte sie. Nun würden sie zum 1. Oktober in einem territorialen
Führungskommando der Bundeswehr in der Hauptstadt gebündelt.
"Der russische Einmarsch in der Ukraine hat die Notwendigkeit unterstrichen, die Führungsorganisation der Streitkräfte beschleunigt auf die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten", teilte das Ministerium den Obleuten im Bundestag mit.
Bündelung zahlreicher Aufgaben in Berlin
Das Führungskommando soll demnach die Aufgaben "als
'Aufmarsch führendes Kommando' für nationale Verlegungen" wahrnehmen, wie sie etwa von Nato-Planungen zur Landes- und Bündnisverteidigung vorgesehen sind. In Abstimmung mit den Nato-Kommandos soll es auch für Verlegungen alliierter Kräfte durch Deutschland zuständig sein.
Insbesondere Fähigkeiten, welche die Nato-Bündnisverpflichtungen betreffen, sollen mithilfe des neuen Kommandos verbessert werden. Dafür soll
es 1.000 Dienststellen für ein zusätzliches Logistik-Bataillon geben.
Zudem sind 700 Dienststellen für zwei zusätzliche Kompanien zur
ABC-Abwehr sowie 200 Stellen für eine zusätzliche Feldjäger-Kompanie
vorgesehen.
Darüber hinaus ist das
neue Bundeswehrkommando verantwortlich für die Führung von Kräften beim
Heimatschutz. Dies schließe "Amts- und Katastrophenhilfe" und
zivil-militärische Zusammenarbeit ein. Damit ließen sich "schnell die
nötigen Kräfte für einen nationalen Krisenstab bereitstellen, wenn das
notwendig ist – etwa im Falle von Hochwasserkatastrophen oder wie in der
Covid-Pandemie", sagte Lambrecht. Mit der Reform werde eine "nationale territoriale Führungsfähigkeit über das gesamte Spektrum 'Frieden – Krise – Krieg'" hergestellt.
Der erste Chef des neuen Kommandos hat bereits einen Krisenstab geleitet: Leiter des Aufbaustabes und erster Befehlshaber soll nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa Generalmajor Carsten Breuer werden. Zuletzt leitete er den Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt.
Separate Führungskommandos für Inlands- und Auslandseinsätze
Das Kommando wird unmittelbar
dem Verteidigungsministerium unterstellt. Dabei werden Kapazitäten der
Führung der sogenannten Streitkräftebasis nach Berlin verlagert, die
bisher in Bonn angesiedelt ist. Dies bringe in Krisen auch größere Nähe
zu den Entscheidern der Bundesregierung. Die Streitkräftebasis unterstützt Heer, Luftwaffe und Marine technisch und organisatorisch.
Ihr Inspekteur, derzeit Generalleutnant Martin Schelleis, ist auch Nationaler Territorialer Befehlshaber – ein Posten, der künftig vom Befehlshaber des neu geschaffenen Kommandos übernommen werden soll. Damit erhält er wesentliche Aufgaben bei der Führung der Streitkräfte in Deutschland. Im Juli 2021 hatte Schelleis nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal eine Verbesserung des nationalen Führungssystems bei der Katastrophenhilfe "auf allen Ebenen" gefordert. Das 2001 eingerichtete Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam führt hingegen weiter die Auslandseinsätze der Bundeswehr.
Die Bundeswehr erhält ein zentral in Berlin angesiedeltes Führungskommando.
Das kündigte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) an. "Bislang waren die territorialen Führungsaufgaben über viele Bereiche
verteilt", sagte sie. Nun würden sie zum 1. Oktober in einem territorialen
Führungskommando der Bundeswehr in der Hauptstadt gebündelt.
"Der russische Einmarsch in der Ukraine hat die Notwendigkeit unterstrichen, die Führungsorganisation der Streitkräfte beschleunigt auf die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten", teilte das Ministerium den Obleuten im Bundestag mit.