Die Demonstrationen von Fridays for Future haben bei drei Viertel der Menschen in Deutschland nur wenig oder gar keinen Einfluss auf deren persönliche Einstellung zu Klima- und Umweltfragen. Dies zeigt der aktuelle Deutschlandtrend, eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die ARD.

Demnach gab nur jeder Vierte (23 Prozent) an, von der Protestbewegung stark (19 Prozent) oder sehr stark (vier Prozent) beeinflusst worden zu sein. In Ostdeutschland ist der empfundene Einfluss auf die eigene Haltung demnach geringer (16 Prozent) als in Westdeutschland (25 Prozent).

Am höchsten war der Einfluss der Demonstrationen auf Anhänger der Grünen (45 Prozent). Eine deutlich schwächere Rolle spielte die Bewegung bei SPD-Anhängern (28 Prozent). Noch geringer war die Resonanz auf Fridays for Future bei Anhängern der Unionsparteien (22 Prozent), der FDP (18 Prozent) und AfD (10 Prozent).

Die Meinungsforscher stellten auch die sogenannte Sonntagsfrage: Demnach würde – wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre – die Union mit 28 Prozent erneut stärkste Fraktion – mit einem Prozentpunkt weniger als im Deutschlandtrend vor zwei Wochen. Die AfD liegt in der Befragung mit 22 Prozent weiterhin auf dem zweiten Platz. Die SPD erreicht unverändert 16 Prozent. Die Grünen können sich mit 15 Prozent um einen Prozentpunkt verbessern, ebenso die FDP mit nun sieben Prozent. Die Linkspartei würde mit vier Prozent weiterhin unter der Fünfprozenthürde bleiben.

Demnach würde die derzeitige Ampelkoalition eine eigene Mehrheit auch weiterhin deutlich verfehlen.

Für die repräsentative Umfrage befragte Infratest dimap in dieser Woche 1.222 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.