"Unser Land ist in keiner guten Verfassung. Seit Jahren wird an den Wünschen der Mehrheit vorbeiregiert": Schon die ersten Sätze des an diesem Montag vorgestellten Gründungsmanifests des Bündnisses Sahra Wagenknecht könnten in einem Handbuch zur Definition von Populismus stehen. Denn Fakten sehen anders aus: Ist die deutsche Bundesregierung etwa nicht demokratisch, also von einer Mehrheit gewählt und wechselte das Kanzleramt nicht vor gerade einmal zwei Jahren nach den Wünschen dieser Mehrheit von der CDU zur SPD?  

Wagenknecht und ihren Mitstreitern scheint das egal, längst sehen sie die Gesellschaft und die politischen Eliten durchsetzt von zwielichtigen Akteuren. So jedenfalls kann man die letzten Zeilen des fünfseitigen Manifests interpretieren: Das "Bündnis Sahra Wagenknecht – für Vernunft und Gerechtigkeit", heißt es da, setze sich ein für ein Land, in dem "nicht Trickser und Spieler gewinnen, sondern diejenigen, die sich anstrengen und gute, ehrliche und solide Arbeit leisten".