Deutschland hat im vorigen Jahr deutlich mehr abgelehnte Asylbewerber abgeschoben als 2022. Im vergangenen Jahr habe es 16.430 Abschiebungen gegeben, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Dies seien 3.485 mehr als im Vorjahr.
Den Angaben nach waren Ende Dezember 242.642 Menschen ausreisepflichtig. 193.972 von ihnen hatten eine Duldung und wurden deshalb nicht aus Deutschland abgeschoben. Eine Duldung wird beispielsweise dann erteilt, wenn die Sicherheitslage im Herkunftsland eine Abschiebung nicht erlaubt, es Kinder mit Aufenthaltserlaubnis in Deutschland gibt oder Pass- und Reisedokumente fehlen.
Darüber hinaus sind im vergangenen Jahr den Ministeriumsangaben zufolge 31.770 geplante Abschiebungen gescheitert. Gründe waren unter anderem ausgefallene Abschiebeflüge, dass ausreisepflichtige Ausländer nicht auffindbar waren, der Zielstaat die Aufnahme verweigerte oder medizinische Probleme.
Anfang Januar hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bereits mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr knapp 330.000 Erstanträge auf Asyl in Deutschland gestellt worden seien. Mit Folgeanträgen beantragten im Jahr 2023 laut Bamf zusammengerechnet 351.915 Menschen Asyl in Deutschland.