Das Bundeskabinett hat eine neue Ernährungsstrategie mit dem Titel "Gutes Essen für Deutschland" beschlossen. Der Entwurf von Landwirtschafts- und Ernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) soll unter anderem den Konsum gesünderer Lebensmittel fördern und Lebensmittelverschwendung verringern.

"Ich will, dass jeder eine echte Wahl für gutes Essen bekommt", sagte Özdemir. Leckeres, gesundes und nachhaltiges Essen dürfe nicht vom Geldbeutel oder der Herkunft abhängen. "Entscheiden muss sich dann jeder selbst, da hat niemand jemandem etwas vorzuschreiben", sagte der für die Strategie verantwortliche Minister.

"Leckeres, gesundes und nachhaltiges Essen darf nicht vom Geldbeutel abhängen oder davon, aus welcher Familie man kommt", sagte der Landwirtschaftsminister. In der erarbeiteten Strategie seien etwa 90 geplante und bereits bestehende Maßnahmen gebündelt, die "gutes Essen für alle Menschen in Deutschland leichter" machen sollen, teilte Özdemirs Ministerium mit. Der Zielhorizont gehe bis zum Jahr 2050. 

Mehr Bio- und regionale Lebensmittel

Derzeit werde es Menschen, die im Alltag Lebensmittel essen oder kaufen, schwer gemacht, an gesundes und nachhaltiges Essen zu gelangen. Die Strategie sieht vor, dass mehr Bio- und regionale Lebensmittel konsumiert und in Kantinen und Mensen angeboten werden. Außerdem soll die Lebensmittelverschwendung reduziert werden. Zudem soll insgesamt mehr pflanzenbasiertes Essen und weniger Fleisch verzehrt werden. 

Weiterhin soll Werbung für ungesunde Lebensmittel, die an Kinder unter 14 Jahren gerichtet ist, verboten werden. Auf die Umsetzung dieses im Koalitionsvertrag festgehaltenen Vorhabens konnten sich die Ampelparteien bisher jedoch nicht einigen.

Der AOK-Bundesverband begrüßte das Streben der Regierung nach besseren Rahmenbedingungen für eine gesunde Ernährung. Das Missverhältnis von zu viel Fleisch und Zucker und zu wenig Vollkornprodukten und Obst und Gemüse auf dem Teller sei "schädlich für das Klima und für die Gesundheit", sagt Carola Reimann, die Vorstandsvorsitzende des Verbandes. 

In der Strategie fänden sich zwar viele Ziele, sie bleibe aber an vielen Stellen schwammig, sagt Reimann. So sei etwa unklar, ob eine Ernährungswende mit den beschriebenen Aktivitäten erreicht werden könne.