Worüber am Montag und Dienstag dieser Woche im Verfahren Nicaragua gegen Deutschland gerungen wurde? Alain Pellet, ein renommierter französischer Völkerrechtler und wortmächtiger Prozessvertreter Nicaraguas, brachte es ziemlich gut auf den Punkt. "Wir erleben", sagte Pellet, "wie sich in diesem Saal ein Justizdrama abspielt." 

Doch der Korrektheit und Vollständigkeit halber hätte er hinzufügen müssen: "Und wir erleben hier ein politisches Drama."

Nicaragua bezichtigt Deutschland vor dem Weltgericht der Vereinten Nationen der Beihilfe zum Völkermord an den Palästinenserinnen und Palästinensern. Mit Waffenlieferungen an Israel und dem einstweiligen Stopp der Zuschüsse an das UN-Hilfswerk UNRWA in Gaza verletze die Bundesrepublik die Genozid-Konvention von 1948, so lautet die Argumentation.