Vor den drei Landtagswahlen in Ostdeutschland hat CDU-Chef Friedrich Merz eine klare Grenze zur AfD gezogen und im Falle einer Zusammenarbeit vor einer Zerstörung seiner Partei gewarnt. "Wir können mit dieser Partei nicht zusammenarbeiten", sagte der Parteivorsitzende dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Das würde die CDU umbringen. Die Zerstörung der CDU ist ja auch das Ziel der AfD. Wir dürfen denen, die uns politisch beseitigen wollen, nicht noch die Hand reichen."

Merz kündigte an, mit den Mitgliedern erneut in den Austausch gehen zu wollen. "Es gibt einen kleinen Teil unserer Mitglieder, die der Meinung sind, wir sollten mit der AfD zusammenarbeiten, aber die klare Mehrheit ist dagegen. Wir werden also weiter erklären müssen, dass es bei uns Grenzen dessen gibt, was wir konservativ nennen", fügte der CDU-Politiker hinzu. "Diese Grenzen sind überschritten, wenn es rechtsextrem, rechtsradikal, antidemokratisch, antisemitisch und ausländerfeindlich wird."

Merz verwies auf einen Satz seines Brandenburger Parteikollegen: "Unser Innenminister in Brandenburg, Michael Stübgen, hat einmal einen treffenden Satz gesagt, als es noch den rechtsextremen 'Flügel' in der AfD gab: 'Der Flügel ist mittlerweile der ganze Vogel.' Und mit diesem Vogel gibt es für die CDU keine Gemeinsamkeiten."

Im September wird in drei ostdeutschen Bundesländern ein neuer Landtag gewählt: am 1. September in Sachsen und Thüringen, am 22. September in Brandenburg. CDU-Chef Merz hat die Position der CDU gegenüber der AfD zuletzt bei einem Wahlkampfauftritt in Erfurt erneut bekräftigt. Er bezeichnete die AfD als rechtsextreme Partei, mit der die CDU auf Bundes- sowie auf Landesebene eine Zusammenarbeit ablehnt. Thüringens CDU-Chef Mario Voigt sieht in seinem Bundesland eine Chance für eine stabile Mehrheitsregierung nach der Landtagswahl. Auch eine Kooperation mit dem BSW sei eine Option, sagte er. Die AfD liegt neuen Umfragen zufolge jedoch weiter deutlich vor den anderen Parteien.