Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) ist auf einer Veranstaltung von einer Menschenmenge bedrängt, angegriffen und beleidigt worden. Der Vorfall ereignete sich im Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) in Berlin-Mitte, zu dessen Wiedereröffnung Chialo eine Rede halten wollte. Nach Polizeiangaben versammelten sich zu Beginn von Chialos Rede etwa 40 Menschen, die größtenteils Palästinensertücher getragen hätten. Sie hätten verbotene Parolen skandiert, die sich gegen den Senator gerichtet hätten. Sie hätten ihn auch beleidigt.
Dann sei die Menschenmenge die Treppe zum Rednerpult hinauf gedrängt und habe Chialo umringt. Aus der Menge heraus sei Pyrotechnik gezündet worden, außerdem habe jemand einen Mikrofonständer von der Treppe gezogen und in seine Richtung geworfen. Der Gegenstand habe eine Frau getroffen. Noch sei nicht bekannt, ob diese verletzt worden sei.
Chialo unter Polizeischutz aus Gebäude gebracht
Polizeikräfte drängten die Menschenmenge zurück und brachten den Senator weg. Die Menge habe sich in Kleingruppen aufgelöst, hieß es weiter. Einige von ihnen würden noch überprüft.
Laut einem Bericht des Tagesspiegels hatten Demonstranten bereits vor Chialos Rede vor dem Eingang des ZK/U antiisraelische Parolen wie den Slogan "From the River to the Sea, Palestine will be free" skandiert. Außerdem soll unter Bezug auf die gewalttätigen palästinensischen Aufstände in den achtziger und neunziger Jahren sowie Anfang der Nullerjahre gerufen worden sein: "There is only one solution, Intifada revolution."
Der Staatsschutz ermittelt nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, der Beleidigung, der Nötigung sowie des Hausfriedensbruchs.