Es sind in der Politik manchmal die vermeintlich harmlosen Worte, in denen sich die größte Wucht verbirgt. Er werde sich "nicht drücken", sagt Markus Söder in seinem natürlichen Habitat, dem Bierzelt auf dem Gillamoos Volksfest. Gemeint ist: Nicht um die Kanzlerkandidatur für CDU und CSU drücken. Was auf Söderdeutsch so viel heißt wie: Sich nicht – aber alle anderen würde er im Zweifel natürlich schon drücken. Nämlich beiseite. Darin hat er eine gewisse Routine.

Nun mag es kalendarischer Zufall sein, dass diese Bühne bereitsteht für den CSU-Chef, am Montag nach den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen. Dass Söder sie dann auch derart ungeniert nutzt, ist sicher kein Zufall. Sondern das Ergebnis von Instinktpflege und kühler Berechnung.