Für Friedrich Merz sind es gerade Schicksalstage: Im Osten muss die CDU Tabus brechen, um zu regieren. Und Markus Söder eröffnet das Rennen um die Kanzlerkandidatur.
Markus Söder signalisiert auf dem Gillamoos Volksfest, dass er sich nicht um die Kanzlerkandidatur drücken wird, während Friedrich Merz nach den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen mit drei Risiken konfrontiert ist, die seine Chancen auf die Kanzlerkandidatur gefährden könnten: die AfD, die neue Partei BSW und die Linke. Merz fordert in Bezug auf die Migrationspolitik Zurückweisungen an den deutschen Staatsgrenzen und stellt der Bundesregierung ein Ultimatum.
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Es sind in der Politik manchmal die vermeintlich harmlosen Worte, in denen sich die größte Wucht verbirgt. Er werde sich "nicht drücken", sagt Markus Söder in seinem natürlichen Habitat, dem Bierzelt auf dem Gillamoos Volksfest. Gemeint ist: Nicht um die Kanzlerkandidatur für CDU und CSU drücken. Was auf Söderdeutsch so viel heißt wie: Sich nicht – aber alle anderen würde er im Zweifel natürlich schon drücken. Nämlich beiseite. Darin hat er eine gewisse Routine.
Nun mag es kalendarischer Zufall sein, dass diese Bühne bereitsteht für den CSU-Chef, am Montag nach den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen. Dass Söder sie dann auch derart ungeniert nutzt, ist sicher kein Zufall. Sondern das Ergebnis von Instinktpflege und kühler Berechnung.