Dass in der Politik das Menschliche durchscheint, kommt nicht allzu häufig vor. Der Montag in dieser Woche ist so ein Tag. Gerade hat die Meldung die Runde gemacht, dass Kevin Kühnert, einstiger Juso-Rebell, nun schon seit drei Jahren SPD-Generalsekretär, sich komplett aus der Politik zurückzieht. Vorläufig jedenfalls, aus gesundheitlichen Gründen. Nun steht SPD-Chef Lars Klingbeil in der Parteizentrale vor einem Mikrofon, und es ist ihm deutlich anzumerken, dass das für ihn kein Routineauftritt ist. Ihn und Kühnert verbinde neben der politischen Arbeit auch eine enge, persönliche Freundschaft, sagt er. Wer Kühnert kenne, wisse, dass ihm dieser Schritt nicht leichtgefallen sei. Aber: "Es geht jetzt um Kevin, um seine Gesundheit." Als Freund sichert Klingbeil ihm seine hundertprozentige Unterstützung zu. Aus der Partei heißt es, Kühnert habe mentale Probleme.