Remme: Der A380, der Superjumbo, wird das größte Verkehrsflugzeug der Welt. Seit seiner Planung jagen sich die Superlative. Doch die anfänglich große Begeisterung weicht allmählich der Erkenntnis, dass große Chancen auch große Risiken bergen. Verzögerungen bei Herstellung und Auslieferung stürzen das gesamte Unternehmen in die Krise. Gestern wurde die dritte Terminverzögerung bekannt. Der größte Kunde, die Gesellschaft Emirates aus Dubai zum Beispiel, muss bis August 2008 auf die erste Maschine warten, fast zwei Jahre später als geplant. Lufthansa und Air France müssen noch ein Jahr länger warten. Die Kunden sind sauer. Wir prüfen alle Optionen, hieß es bei Emirates mit drohendem Unterton. Immerhin wollte man über 40 Maschinen kaufen.

Gestern erneute Krisensitzung bei der Airbus-Mutter EADS. Ein rigoroser Umbruch ist geplant, mit möglichen Folgen für Tausende von Arbeitnehmern in Hamburg. Am Telefon ist nun Mathias Petersen, SPD-Landesvorsitzender in der Hansestadt. Guten Morgen!

Petersen: Guten Morgen, Herr Remme!

Remme: Herr Petersen, hat Ihre Begeisterung für das neue Flaggschiff von Airbus auch nachgelassen?

Petersen: Nein, überhaupt nicht. Das ist ja ein weltweites Riesenprojekt, was dort stattfindet. Meine Begeisterung hat nachgelassen gegenüber den Managern dieses riesigen Flugzeuges. Also das, was dort im Management stattfindet, ist unglaublich. Natürlich ist es so, dass so ein Riesenprojekt lange braucht. Und da kann man nicht solche Zeitvorgaben geben, die dann nicht einzuhalten sind. Ich weiß, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in Hamburg seit Monaten 14, 15 Stunden arbeiten, um das hinzukriegen. Und von daher muss das Management jetzt dringend dafür sorgen, dass die Koordination klappt.

Remme: Was läuft schief bei Airbus genau, konkret?

Petersen: Na ja, Sie müssen sich vorstellen, dass hier im Hamburg Kabel eingebaut werden, die in Toulouse wieder rausgerissen werden. Das kann es nicht sein.