Der Oberbürgermeister von Pirna, Markus Ulbig, hat sich für den Erhalt der bestehenden Fördermaßnahmen im Kampf gegen rechte Gewalt ausgesprochen. Im Bereich mobile Beratungsteams und Opferberatung müsse unbedingt Sicherheit her, damit die Ansätze fortgeführt werden könnten. Im Förderprogramm für 2007 seien gute Projekte noch nicht ausreichend berücksichtigt, kritisierte der CDU-Politiker.

Meurer: In Deutschland sind die Rechtsradikalen auf dem Vormarsch. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft haben sie sich zwar nicht blicken lassen, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Von Januar bis August sind 8000 rechte Straftaten verübt worden, 20 Prozent mehr als im letzten Jahr. Fast 500 mal wurde Gewalt angewendet und dabei wurden über 350 Menschen von rechten Schlägern verletzt. Behörden und Politik sind alarmiert. Aber was tun gegen den braunen Sumpf? Als eine Hochburg der Rechtsradikalen gilt die Sächsische Schweiz. Und einer, der zuletzt viel Lob bekommen hat für sein Engagement gegen Rechts, das ist der Oberbürgermeister von Pirna, Markus Ulbig. Guten Morgen, Herr Ulbig.

Ulbig: Guten Morgen.

Meurer: Pirna hatte ja überregional für Schlagzeilen gesorgt wegen seiner rechten Schläger. Wie aktiv sind diese Rechtsradikalen bei Ihnen noch in der Stadt?

Ulbig: Also, wenn wir auf die Zahlen gucken, können wir den bundesweiten Trend eigentlich so gar nicht mehr bestätigen, sondern bei uns hat es bei den Gewaltdelikten, die rechts motiviert sind, sogar bisher einen Rückgang gegeben.

Meurer: Wie groß ist dieser Rückgang?

Ulbig: Wenn die Zahlen 2005 24 sagen, haben wir im Jahr 2006 noch neun Delikte registriert bis zum September.