Heuer: Das Treffen von Ulla Schmidt mit den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen heute in Berlin droht auszugehen wie das Hornberger Schießen. Zu unterschiedlich scheinen die Positionen beider Seiten bei der Gesundheitsreform. Zu weit auseinander vor allem auch die Erwartungen an das Gespräch heute. Die Gesundheitsministerin möchte die Kassen von ihrer Desinformationskampagne, wie sie sagt, abhalten und sie im übrigen über das beschlossene Reformpaket informieren. Die Kassen möchten das Paket aufschnüren, sie möchten neu verhandeln und sie wirken keineswegs so als seien sie auf dem Sprung ihre, wie sie sagen, Informationskampagne sein zu lassen. Hans Jürgen Ahrens ist Chef des AOK-Bundesverbandes. Guten Morgen.

Ahrens: Guten Morgen, Frau Heuer.

Heuer: Sie werden beim Treffen dabei sein. Die Regierung in Person Ulla Schmidts will Sie dort offenbar fragen, was genau die Kassen vorhaben. Was genau haben Sie denn vor, Herr Ahrens?

Ahrens: Das wundert mich wenn Ulla Schmidt uns das fragt. Wir haben ihr das nämlich genau erklärt, aber wir wollen das heute gerne noch mal tun. Wir haben die Pflicht, die Versicherten aufzuklären was aus diesen Eckpunkten für sie herauskommt, was das bedeutet. Und da wir derzeit in diesen Eckpunkten mehr Risiken sehen als Chancen, in dem wir da fürchten dass da eine neue Bürokratie entsteht, in dem neue Kosten auf uns zu kommen, in dem auch die Solidarität auf der Strecke bleibt, sind wir der Meinung, dass müssen wir den Menschen sagen. Und das ist auch keine Agitation sondern das ist reine Information weil die Menschen müssen ja wissen was auf sie zukommt.

Heuer: Aber Ulla Schmidt sagt sie sollen das nicht machen. Müssen Sie der Ministerin nicht gehorchen?

Ahrens: Nein. Nein, wir sind keine nachgeordnete Behörde. Wir sind nicht weisungsgebunden. Wir werden auch nicht einbestellt zu dem Gespräch, wir sind gebeten worden uns mit ihr heute auseinander zu setzten. Und wenn wir nicht informieren würden, würden wir im Gegenteil unserer Verpflichtung nicht nachkommen den Menschen zu sagen, was auf sie zukommt. Und insofern werden wir Ulla Schmidt sagen müssen, dass es natürlich nicht unsere Aufgabe ist außerparlamentarische Opposition aufzubauen, zu agitieren, aber das es unsere Aufgabe und Verpflichtung ist zu informieren über das, was jetzt aus diesem Gesetzwerk auf die Menschen zukommt.