Engels: Gestern traf Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen. Heute sind noch einmal Vertreter einzelner Kassen an der Reihe. Trotz stundenlanger Diskussionen blieb der Streit aber bestehen. Die gesetzlichen Kassen planen Aktionen, in denen sie die beschlossenen Eckdaten zur Gesundheitsreform hart kritisieren. Gesundheitsministerin Schmidt spricht ihnen das Recht dazu ab. Sie dürften lediglich ihre Mitglieder über neue Gesetze informieren, so die Ministern. Nun soll ein formelles aufsichtsrechtliches Gespräch die Rechtslage klären. Am Telefon ist nun der Gesundheitsexperte und stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Wolfgang Zöller. Guten Morgen, Herr Zöller!

Zöller: Grüß Gott, Frau Engels!

Engels: Mal ehrlich, ist das nicht ein Sturm in einem ziemlich kleinen Wasserglas?

Zöller: Also ich verstehe die Aufregung nicht. Allerdings verstehe ich auch nicht, was die Kassen vorhaben. Uns liegen ja dann auch die Informationen vor, die die Kassen ihren einzelnen Vorständen zukommen lassen, und wenn man da regelrecht von Plänen ausgehen, die ja generalstabsmäßig angelegt sind. Angefangen von Dramaturgie und Ablauf von Veranstaltungen, dann wenn die Leute aufgefordert werden, sie sollen versuchen, noch andere Gruppen mit einzubinden, damit der Eindruck vermindert wird, dass es nicht nur um originelle oder orginäre Kasseninteressen geht. Und wenn dann noch davon gesprochen wird, sie können Referenten einladen, die Reisekosten und die Honorare werden übernommen, und das alles mit Versichertengelder, da habe ich kein Verständnis.

Engels: Sie stehen also voll hinter der Ministerin?

Zöller: Selbstverständlich.