Heinlein: 80 Gesprächspartner an zwei Nachmittagen, volles Programm also für Ulla Schmidt. Im Berliner Gesundheitsministerium gaben sich Vorstände und Verbandsvertreter der Krankenkassen die Klinke in die Hand. Doch unter dem Strich kam nur wenig dabei heraus. Die Kassenkampagnen gegen die schwarz-roten Reformpläne werden stattfinden, allenfalls über die Form dieser Informationsoffensive soll nachgedacht werden. Inhaltlich wehren sich die Gesetzlichen gegen die vorgesehene Einführung des Gesundheitsfonds. Zuviel Bürokratie und die Angst vor Jobverlusten, so die zentralen Argumente. Eine These, die auch koalitionsintern durchaus Anhänger findet, zumal zwischen Union und SPD nach wie vor offen über Punkte der Reform gestritten wird. Für die SPD dabei an vorderster Front: die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende Elke Ferner. Guten Morgen!

Ferner: Guten Morgen!

Heinlein: Angenehme Atmosphäre, sachliche Diskussion, so Ulla Schmidt gestern nach ihren Gesprächen. Ist jetzt alles wieder im Lot zwischen der Bundesgesundheitsministerin und den Kassen?

Ferner: Gut, ich war ja bei den Gesprächen gestern nicht dabei, insofern weiß ich auch nicht, welche Punkte noch offen geblieben sind. Aber das ist natürlich klar, dass bei einer so umfassenden Reform wie jetzt bei der Gesundheitsreform es natürlich auch noch Gesprächsbedarf mit den einzelnen Gruppen in den jeweiligen Systemen gibt.

Heinlein: Sie waren bei den Gesprächen nicht dabei, dennoch haben Sie sicherlich Vermutungen, über welche Fragen, über welche offenen Punkte, noch diskutiert werden muss. Sie kennen die Kritik der Kassen.

Ferner: Ja gut, es ist natürlich die eine Frage, wie der Beitragseinzug künftig ausgestaltet werden soll. Aber da glaube ich, sind die Sorgen, die die Kassen da haben, vielleicht auch ein Stück weit unberechtigt, weil es nicht darum geht, jetzt ein bewährtes Beitragseinzugsverfahren zu zerschlagen, sondern es soll auch in Zukunft weiter dezentral erfolgen, das haben wir in den Eckpunkten auch so aufgenommen. Insofern sehe ich da jetzt eigentlich die geringsten Probleme.