Thoma: Auch die EU will nun die Daumenschrauben weiter zudrehen und droht mit Sanktionen. Die Außenminister haben gestern darüber gesprochen. Aber welche Sanktionen genau, das wollen sie erst entscheiden, wenn die genauen Berichte der Wahlbeobachter dann vorliegen. Was können Sanktionen gegen Weißrussland aber überhaupt bringen? Darüber wollen wir jetzt reden mit Wolfram Schrettl, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der FU Berlin mit Schwerpunkt Osteuropa. Schönen guten Morgen!

Schrettl: Guten Morgen!

Thoma: Gäbe es denn Sanktionen, die tatsächlich Lukaschenko und Weißrussland beeindrucken könnten?

Schrettl: Es gibt Sanktionen, die symbolische Wirkung haben, aber tatsächlich beeindruckt kann Lukaschenko nicht werden.

Thoma: Sind Wirtschaftssanktionen überhaupt möglich? Wie abhängig ist Weißrussland zum Beispiel vom großen Partner Russland?

Schrettl: Vom großen Partner Russland ist Weißrussland extrem abhängig. Da zeigen Sie in der Tat in die richtige Richtung, denn das Problem sitzt aus meiner Sicht nicht so sehr in Minsk, sondern in Moskau. Putin hält Lukaschenko und wenn Putin hier den Daumen nach unten dreht, dann sieht es ziemlich düster für Lukaschenko aus.

Thoma: Warum dreht Putin denn den Daumen nicht nach unten?