Remme: Egal ob Strom, ob Gas, ob Öl, die Entwicklung der Energiepreise kennt - von kurzfristigen Schwankungen abgesehen - seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Und bevor übertriebene Hoffnung aufkeimt: daran wird auch der Energiegipfel gestern Abend im Bundeskanzleramt nichts ändern. Die Regierungschefin hatte geladen, sowohl Vertreter der Energiewirtschaft als auch Verbraucherschützer. Es ging ums große Ganze, um ein Konzept bis zum Jahr 2020 und die Frage, welcher Energiemix für Deutschland langfristig der richtige ist.

Gestern Abend mit am Tisch und jetzt am Telefon ist Volker Hauff von der SPD, ehemals Forschungsminister, jetzt Vorsitzender des Rates für nachhaltige Entwicklung. Goten Morgen Herr Hauff!

Hauff: Schönen guten Morgen Herr Remme!

Remme: Herr Hauff, dürfen wir Sie mit dieser Funktion fest im Lager der Befürworter erneuerbarer Energien verorten?

Hauff: Sie können mich fest verorten im Lager derjenigen die sagen, es ist endlich Zeit, dass wir wieder einen Anlauf nehmen, ein Energieprogramm zu machen, dass man versucht, die sehr vereinzelte und sehr selektive Energiediskussion, was rationelle Energieverwendung angeht, was Erneuerbare angeht, was andere Dinge angeht, wieder zusammenzufassen und daraus ein Energieprogramm für unser Land zu machen. Das ist zum letzten Mal 1980 geschehen. Jetzt endlich geschieht es wieder.

Remme: In den Jahren der rot-grünen Regierungszeit ist vielen so mancher Gipfel als Show-Veranstaltung in Erinnerung geblieben: hehre Worte, schnell vergessen. Was hat das Treffen gestern Abend gebracht?

Hauff: Na ja, was gestern Abend geschehen ist war ein Auftakt. Die Bundeskanzlerin hat klar gesagt es ist ein erster Schritt. Was wir wollen ist, dass wir uns an die Arbeit machen. Sie sprach davon, dass es darum geht, ein dickes Brett zu bohren. Es werden Arbeitsgruppen gebildet und im Herbst soll man dann noch mal zusammenkommen, um dann herauszufinden, ob es erste klare Erkenntnisse gibt, wie ein Energieprogramm für unser Land auszusehen hat.