Thoma: Deutschlandfunk, die "Informationen am Morgen", wieder einmal mit der Frage: Quo vadis SPD?. Und wieder einmal brauchte die Partei einen neuen Vorsitzenden. Matthias Platzeck musste nach seinen Hörstürzen aufgeben. Jetzt wird Kurt Beck in die Pflicht genommen. "Der Letzte, der übrig blieb", schreiben die Kommentatoren heute, und das klingt nicht gerade nach Hoffnungsträger, auch wenn Beck ein Siegertyp ist, in Rheinland-Pfalz jedenfalls. Aber wo sind die jungen Siegertypen für die Zukunft?

Florian Pronold könnte so einer sein, Bankkaufmann, Jurist aus Deggendorf, stellvertretender SPD-Vorsitzender in Bayern, neuer Chef der SPD-Landesgruppe im Bundestag und Finanzexperte, ist jetzt am Telefon. Guten Morgen, Herr Pronold!

Pronold: Guten Morgen!

Thoma: Sie haben ja tatsächlich eine tolle Blitzkarriere hingelegt, wie alle sagen in der SPD. Aber für die Platzeck-Nachfolge war es dann doch noch etwas zu früh, oder?

Pronold: Erstens das und zweitens glaube ich auch nicht, dass solche Suche nach Hoffnungsträgern wirklich zielführend ist, sondern Matthias Platzeck hat ja auch den Parteivorsitz versucht anzulegen als Teamaufgabe für das Präsidium, für den Parteivorstand. Und ich habe nicht die Hoffnung, dass einzelne Hoffnungsträger irgendetwas lösen können, sondern das muss eine Teamangelegenheit sein.

Thoma: Sie wollen ja sowieso auch erst einmal Ministerpräsident in Bayern werden, haben Sie gesagt?

Pronold: Ja, das finde ich wesentlich spannender, zweiter sozialdemokratischer Ministerpräsident in Bayern in der Nachkriegsgeschichte zu werden als Bundeskanzler.