Engels: In den vergangenen Monaten haben die Bundesländer verschiedenste Vorschläge gemacht, nach welchen Regeln und Kriterien in Deutschland Menschen eingebürgert werden sollen. Baden-Württemberg und Hessen waren vorgeprescht, indem sie Fragenkataloge entwickelten, die Zuwanderer als Test vor der Einbürgerung beantworten sollten. Vor allem die Länderinnenminister der SPD hatten das abgelehnt. Nun soll auf der Frühjahrstagung der Innenminister in Garmisch-Partenkirchen ein Kompromiss gefunden werden, damit Ausländer bundesweit nach einheitlichen Regeln Deutsche werden können.

Am Telefon ist nun Ingo Wolf (FDP). Er ist der Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Guten Morgen Herr Wolf!

Wolf: Guten Morgen Frau Engels!

Engels: Ihr bayerischer Innenministerkollege Beckstein hat kürzlich gesagt, es gäbe bereits einen Kompromiss in Sachen Einbürgerung. Die SPD-Innenminister Erhard Körting und Ralf Stegner hatten das zurückgewiesen. Wie sieht es denn nun derzeit aus?

Wolf: Wir haben in der Tat noch keine Einigung und wir müssen jetzt in diesen Tagen zu einer kommen. Die Meinungen gehen sicherlich noch ein Stück auseinander, aber ich bin auf der anderen Seite auch zuversichtlich, dass wir zu einer Einigung kommen. Ich glaube das erwarten auch die Bürgerinnen und Bürger von uns.

Engels: Laut Herrn Beckstein sieht es so aus, dass es eine einheitliche Sprachprüfung geben soll für diejenigen, die Deutsche werden sollen. Darüber scheint auch Einvernehmen zu herrschen. Bei den Einbürgerungskursen, die ja laut Beckstein auch kommen sollen, sieht das anders aus. Da geht es um die Frage nach diesen Kursen, ein Test oder nicht. Sind Sie dafür oder dagegen?

Wolf: Es gibt bei allen Kriterien, die da sonst noch so anstehen, sicherlich in Nuancen immer noch Differenzen. Die Frage ist vor allen Dingen natürlich, die durch Baden-Württemberg und Hessen aufgeworfen ist, ob es sozusagen einen gesonderten separaten Test gibt. Wir müssen jetzt klären, ob wir uns auf einen Staatsbürgerschaftskurs einigen können. Inwieweit der dann am Ende mit einem Testat endet, das ist das genau, was man an der Stelle noch diskutieren muss. Wenn es darum geht, dass beispielsweise die Inhalte des Staatsbürgerschaftskurses in einer gewissen Weise auch dokumentiert werden durch ein Testat, dann wäre das vielleicht eine Einigungslinie, denn es geht ja im Grundsatz darum, dass die Menschen, die auf Dauer bei uns bleiben wollen, auch als Deutsche bei uns bleiben wollen, sich zu den Grundzügen der Verfassung bekennen müssen.