Meurer: In Baden-Württemberg haben erst jetzt am Wochenende an den Schulen die Sommerferien begonnen. Im einwohnerreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen dagegen gehen sie heute zu Ende. Fast drei Millionen Schülerinnen und Schüler müssen damit heute dort wieder Ranzen oder Tasche packen. 750.000 Erstklässler werden das zum allerersten mal tun. Für sie alle gilt ein neues Schulgesetz, dass gestern in letzter Sekunde in Kraft getreten ist. Und darüber möchte ich mich nun unterhalten mit der Schulministerin Nordrhein-Westfalens, mit Barbara Sommer von der CDU. Guten Morgen, Frau Sommer.

Sommer: Guten Morgen, Herr Meurer.

Meurer: Um einen Punkt heraus zu greifen: Auf den Zeugnissen in Nordrhein-Westfalen wird es künftig wieder Kopfnoten geben. Ist das ein Rückgriff auf die 50er Jahre, wie manche sagen?

Sommer: Das glaube ich nun gar nicht. Ich denke, eine Persönlichkeit, und ein Schüler, so jung er auch sein mag, ist eine kleine Persönlichkeit, drückt sich nicht nur aus in Zensuren, die es in einem Fach bekommt, sondern ein kleiner Mensch ist eben auch einer, der pünktlich ist, der gerne in die Schule kommt, der ausdauernd arbeiten kann. Und all diese Dinge tragen letztlich auch dazu bei, so ein umfassenderes Bild von diesem Menschen zu gestalten. Und darum sind wir sehr für Kopfnoten.

Meurer: Aber kann man eine Persönlichkeit mit Noten bewerten?

Sommer: Gut, dass sind ja auch keine Noten. Kopfnoten haben Sie jetzt als Begriff gesagt. Also erstens kann man kommentieren, das ist den Schulen überlassen, dass sie das Sozial- und Arbeitsverhalten kommentieren können in Text. Und zum anderen haben wir ja auch nur vier Gestaltungsmöglichkeiten. Wir sagen sehr gut, gut, befriedigend und nicht mehr befriedigend.