Durak: Den Libanon-Einsatz der Bundeswehr muss das Parlament beschließen. Die Abgeordneten müssen entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen die deutsche Marine entsandt wird. Es heißt, die libanesische Regierung bestehe nach wie vor auf einen Einsatz außerhalb der Sieben-Meilen-Zone. Derzeit werden die genauen Einsatzregeln mit den Vereinten Nationen abgestimmt, bis später dann der formelle UNO-Beschluss folgen wird. Zweifel am Sinn eines möglicherweise so geschaffenen Mandats für die deutschen Soldaten gibt es auch in der Union. Darüber will ich jetzt sprechen mit Peter Ramsauer, dem Vorsitzenden der Landesgruppe der CSU im Bundestag. Guten Morgen, Herr Ramsauer!

Ramsauer: Guten Morgen!

Durak: Wogegen richtet sich der Widerstand genau?

Ramsauer: Der Widerstand richtet sich gegen eine Mission, die mit Bedingungen versehen ist von libanesischer Seite, die ein sinnvolles Erfüllen einer solchen Mission gar nicht möglich werden lässt, also das Unterbinden von Waffenschmuggel, das international eben nicht erwünschte Unterstützen der Hisbollah von anderen Kräften her. Das wäre ein Einsatz sozusagen für nichts und wieder nichts. Das wollen wir unseren Soldaten nicht zumuten. Das ist letztlich nicht im Sinne eines befriedeten Libanon, nicht im Sinne Israels und nicht im Sinne dessen, was die Vereinten Nationen wollen, und ist auch der deutschen Öffentlichkeit nicht zu vermitteln bei aller Bereitschaft, dass man einen deutschen Beitrag dazu leistet, dass wir diese Region befrieden.

Durak: Herr Ramsauer, was halten Sie von dieser Sieben-Meilen-Zonen-Regelung? Die ist konsequent abzulehnen. Verstehe ich Sie richtig?

Ramsauer: Das sagen alle Fachleute. Mir hat ein wirklich ernst zu nehmender Fachmann gesagt, das muss man sich vorstellen wie ein offener Sack, den man nie zu kriegt, wenn man sieben oder manche sprechen von sechs Meilen parallel zur Küste Schiffe kontrollieren lässt. Im Süden unten kann die israelische Marine noch abriegeln, aber nach Norden hin, wenn es darum geht, von Seeseite her von dieser Sieben-Meilen-Distanz zur syrischen Grenze hin abzuriegeln, wäre alles offen. So etwas macht in der Tat keinen Sinn.