Klein: Überraschung also gestern Abend in Berlin. Die Bundesregierung will die Gesundheitsreform später als geplant in Kraft treten lassen. Das hat die Koalitionsrunde beschlossen. Was dieser Beschluss inhaltlich bedeutet muss man abwarten, denn an den Eckpunkten soll sich zwar nichts ändern. Viele Fragen seien aber noch offen, hieß es. Am Telefon begrüße ich CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Schönen guten Morgen!

Pofalla: Guten Morgen Frau Klein!

Klein: Herr Pofalla, Sie waren gestern Abend bei der Runde nicht dabei. Waren Sie denn aber eingeweiht in diese Entscheidung, oder waren Sie selbst überrascht?

Pofalla: Wir haben in den letzten Wochen in der Sommerpause immer wieder in der Koalition darüber geredet. Wir führen ja schließlich die größte Gesundheitsstrukturreform der Bundesrepublik Deutschland ein, die es je gegeben hat, mit der Einführung des Fonds und den vorgelagerten Entscheidungen, die bereits zum nächsten Jahr wirken sollen. Alles das braucht eine intensivere Beratung und deshalb brauchen wir die zusätzlichen drei Monate, um hier zu einem guten Gesetzentwurf und zu einer guten Umsetzung zu kommen. Solidität geht vor Schnelligkeit.

Klein: Ein wenig stellt man sich natürlich aber dann doch die Frage, weshalb eine professionell arbeitende Bundesregierung nicht in der Lage ist, für sich von Anfang an realistische Zeitpläne zu erstellen?

Pofalla: Ja, aber genau diese Professionalität führt doch jetzt dazu, dass wir nicht erst im Oktober oder nicht erst im November zu der Erkenntnis gelangen, sondern wir haben bereits jetzt erkannt, dass wenn wir einen guten Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag einbringen und anschließend verabschieden wollen, dass wir jetzt uns zusätzlich drei Monate gewähren sollten, um diese große Reform dann tatsächlich auch rechtstechnisch vernünftig umzusetzen. Ich halte das für eine gute Entscheidung.