Meurer: Ich begrüße nun Ronald Pofalla, er ist der Generalsekretär der CDU. Guten Morgen, Herr Pofalla!

Pofalla: Guten Morgen, Herr Meurer!

Meurer: Wie enttäuscht sind Sie, dass die CDU in beiden Ländern ihre Wahlziele verfehlt hat?

Pofalla: Wir haben in der Tat unser Wahlziel nicht erreicht. Wir wollten in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Partei werden, und wir wollten in Berlin erreichen, dass Rot-Rot abgelöst wird. Das ist uns jetzt nicht gelungen, und insofern ist es ein Wahlergebnis, mit dem wir natürlich nicht zufrieden sind.

Meurer: Haben Sie gestern ein bisschen voreilig auf Mecklenburg-Vorpommern gesetzt? Gerade haben wir noch gehört, dass Sie glaubten, die CDU habe gewonnen.

Pofalla: Wir haben ja lange Zeit nach einem der Institute vorgelegen, und so gesehen war das gestern Abend richtig, aber wenn man jetzt sich das Endergebnis in Mecklenburg-Vorpommern ansieht, dann kann der amtierende Ministerpräsident mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit die rot-rote Koalition weiter fortführen. Es liegt jetzt an Herrn Ringstorff, was er will. Er muss wissen, was die beste Lösung für Mecklenburg-Vorpommern und damit für sein Bundesland ist. Wenn er glaubt, er kann dieses Land mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit die nächsten Jahre regieren, dann ist es seine Entscheidung. Wir haben gestern klargemacht, dass angesichts der hohen Verluste der SPD - in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD ein gutes Drittel ihrer Stimmen verloren, nämlich 146.000 Stimmen von 394.000 Stimmen, die sie beim letzten Mal gehabt haben -, dann muss Herr Ringstorff diese Entscheidung treffen. Wir glauben, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern eine Koalition der Mitte und der Vernunft jetzt bilden sollten, aber die Entscheidung liegt jetzt bei Herrn Ringstorff.

Meurer: Wieso sind die vielen Verluste der SPD nicht auf das Konto der CDU gespült worden?