Es scheint wahr geworden zu sein: Heute, am Mittwoch, den 9.April, vormittags, sprechen alle Anzeichen dafür, dass das Regime Saddam Husseins aufgehört hat zu existieren. Noch wird in Bagdad gekämpft und gestorben, doch organisierten Widerstand scheint es nicht mehr zu geben. Die Chefs des Regimes scheinen sich abgesetzt zu haben. Hoffentlich kommen sie nicht davon.Bestätigt sich dieser Eindruck, ist festzuhalten: dies ist ein großer Tag und ein großer Sieg für die Freiheit. Mit der Zerschlagung des Baath-Systems im Irak ist eine der grausamsten und gefährlichsten totalitären Diktaturen, die die Welt seit dem Ende Hitlers und Stalins gesehen hat, vom Erdboden verschwunden.Über die amerikanische und britische Kriegsführung, über die Opfer, die sie gekostet hat, wird zu reden sein. Die Probleme und Gefahren der Nachkriegsordnung sind immens. Für den Augenblick aber ist festzuhalten: die USA und Großbrittannien haben im Großen und Ganzen recht behalten mit ihrer Einschätzung, das irakische Regime sei innerlich ausgehöhlt, habe keinen Rückhalt in der Bevölkerung und werde daher in relativ kurzer Zeit besiegt werden können. Genau drei Wochen hat der Krieg gedauert. Die Unheilsprophetien der Deutschen und Franzosen („Destabilisierung der ganzen Region, unabsehbare Folgen, hunderttausende ziviler Opfer, Welle fundamentalistischer Anschläge...“) haben sich bislang nicht erfüllt.Es beginnt für den Irak eine ungewisse Zukunft, aber alles deutet darauf hin, dass es eine bessere Zukunft sein wird. Für die gesamte Region öffnen sich jetzt ungeahnte Chancen, auch wenn die Gefahren nicht unterschätzt werden dürfen. Haben George W. Bush und Tony Blair in allem recht behalten? Es ist noch viel zu früh, das zu sagen. Aber fest steht bereits, dass Jacques Chirac, Gerhard Schröder und Joschka Fischer Unrecht hatten, als sie unterstellten, es handele sich bei dem Irak-Krieg um ein unverantwortliches „Abenteuer“.