In der Nacht muss ich arbeiten. Ich erfahre am Telefon, dass Krieg ist. "Es geht los." In meinem Kopf geht nichts los. Zu müde für Wut oder Trauer. Einer meiner Es-ist-Krieg- Gedanken: Auf der Internetseite von Netscape, meiner unfreiwilligen Startseite, fehlt das tägliche, blöd grinsende nackte Mädchen, an seiner Stelle ist jetzt ein Link zum Moorhuhn-Spiel. Wusste gar nicht, dass es das Schießspiel noch gibt. Der Morgen: Ich gehe zum Zeitungsladen, noch keine Sonderausgaben, noch keine "B.Z." "Giftgasangst in Berlin" oder so was. In den Gesichtern der Menschen sind keine Furchen durchwachter Nächte zu erkennen. Bin ja auch nur wach geblieben, weil ich arbeiten musste. Etwas ist anders: Das Plakat, das in den vorigen Wochen aus dem ersten Stock eines Nachbarhauses hing, "KEIN KRIEG", es fehlt. Oder nein! Ich glaube, es hing schon seit ein paar Tagen nicht mehr dort.

Jeden Tag schwirren ein Pariser und ein Berliner Reporter aus. Sie sammeln Eindrücke von Orten in ihrer Stadt, die sich durch den Krieg verändert haben. Von ihren Ausflügen bringen sie ein Foto oder auch ein Video mit. - Lesen Sie mehr bei arte : http://weblog.arte- tv.com/berlinparis/dtext