Von dem Berliner Maler Max Liebermann wird überliefert, er habe am Abend des 30. Januar 1933, als die Nazi-Marschkolonnen nach der "Machtergreifung" durchs Brandenburger Tor zogen, an seinem Haus vorbei, voller Sarkasmus gesagt: "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte."Nun kann Bundeskanzler Gerhard Schröder bei weitem nicht so gut malen, wie Max Liebermann das konnte. Aber zum Kotzen war ihm doch schon mal zumute. Vor der SPD-Fraktion bekannte er vor einigen Wochen, manche Vorgänge bei den Grünen fände er zum, wie gesagt... Eine Stunde der Wahrheit? Wohl kaum, denn in Wirklichkeit meinte er weniger die Grünen als vielmehr die eigenen Leute. (Hinterher wand er sich allerdings heraus. Als ihm ein plietscher Knabe auf einer Kinderpressekonferenz vorhielt, er, der Kanzler, habe erklärt, er wolle "auf die Grünen", na, Sie wissen schon, da sagte Schröder, bezogen auf den Wortlaut korrekt, aber doch im Kern der Sache schwindelnd, sooo etwas würde er nie sagen; das dürfe man auch nicht.).Der Altbundeskanzler Helmut Schmidt konnte gewiss viel besser regieren als Schröder (etwa so viel besser wie Liebermann besser malen konnte als unser gegenwärtiger Bundeskanzler). Aber k..... möchte er wie Schröder. Und zwar weil die ostdeutschen Rentner weinerlich klagen, obwohl sie rein rentenmäßig teilweise besser stehen als die westdeutschen Senioren, vor allem, sofern es sich um die älteren Damen handelt.Woraus man - das vorab - erkennt, dass das Regieren rein als solches erhebliches Unwohlsein verursacht - natürlich zuerst bei den Regierten (siehe Liebermann), aber (wie mancher nun, vor allem im Osten, irritiert feststellt) eben auch bei den Regierenden; und zwar sogar bis weit über die eigentliche Amtszeit hinaus.Nun fragt sich mancher: Ausgerechnet Helmut Schmidt, der sich doch immer für die Herstellung der inneren, ja seelischen Einheit der Deutschen in Ost und West stark gemacht und dafür extra eine Deutsche Nationalstiftung errichtet hat? Die Frage ist falsch gestellt: Indem Schmidt die Ostdeutschen so schroff anfasst wie die Westdeutschen, gibt er ihnen durch die Blume zu erkennen, dass sie endlich in der Einheit angekommen sind. Sie sollten sich also über das Diktum eher freuen, als sich darüber zu empören.Und, Ihr lieben Ostdeuschen, was meint Ihr wohl, wie Helmut Schmidt erst über die diversen Weinerlichkeiten der Westdeutschen denkt? Da kann er nämlich gar nicht so viel essen, wie er...