Lieber Generalsekretär Markus Söder, wie sagt man bei euch im Süden? Mir san mir? Richtig. Und wie sagt man bei mir im Norden? Wat mut, dat mut. Beides gehört zusammen. Die CDU braucht eine starke CSU, die CSU braucht eine starke CDU, gemeinsam sind wir eine starke Union. So und nur so können wir mehr für Deutschland tun. So und nur so haben wir dann auch als Union Erfolg.

Deshalb danke ich an dieser Stelle auch ausdrücklich einem anderen Freund, der etwas später zu unserem Parteitag kommen wird: Ich meine Michael Glos. Die gemeinsame Fraktion von CDU und CSU ist das Scharnier unserer Schwesterparteien. Kurz gesagt, die Zusammenarbeit mit ihm macht Freude und dafür herzlichen Dank und ein Gruß aus der gesamten CDU/CSUBundestagsfraktion. Wir, die Union von CDU und CSU, sind es, die als Reformmotor dieses Land nach vorne bringen wollen. Ich sage aber auch ebenso deutlich: Das muss so sein! Niemand von uns kann sich drücken.

Ich will nicht, dass wir denselben Fehler wie Herr Schröder machen. Wir verschlafen unsere Oppositionszeit nicht, um dann eine Landtagswahl nach der anderen zu verlieren. Nein, wir machen jetzt unsere Hausaufgaben. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für weitere Erfolge im nächsten Jahr. Und die wiederum sind die Basis für unseren Erfolg bei der nächsten Bundestagswahl. Liebe Freunde, früher oder später, aber mit Sicherheit allerspätestens 2006 ist Schluss mit Rot-Grün, und dafür legen wir hier und heute die Basis.

Ich bin stolz - nein, eigentlich ist das das falsche Wort - ich bin vielmehr sehr, sehr dankbar dafür, dass Sie alle sich mit auf diesen Weg gemacht haben. Das ist wahrlich kein einfacher Weg für uns gewesen. Jede Gruppe kämpft energisch für ihre Interessen - die CDA wie die MIT und der Wirtschaftsrat, die Senioren Union wie die Junge Union und die Frauen Union, der RCDS wie die KPV, die Schüler Union wie die OMV und der EAK. Das ist gut und richtig so. Wozu brauchten wir ansonsten denn unsere Vereinigungen und Arbeitskreise? Nein, es ist gut und notwendig, dass Sie für Ihre Anliegen kämpfen. Das macht eine lebendige Volkspartei aus.

Und dabei haben wir auch immer das Ganze im Blick behalten. Denn auch das macht eine lebendige Volkspartei aus.

Alles andere - das sage ich ebenso klar - wäre aber auch verantwortungslos gewesen. Denn unser Land steckt in einer schweren Krise. Die zentralen Probleme unseres Landes sind offensichtlich: zu wenig Arbeit, zunehmend instabile soziale Sicherungssysteme, hoch verschuldete öffentliche Haushalte, zu wenig Kinder. 30 Millionen Deutsche weniger in einigen Jahrzehnten, Abwanderung in einigen Bereichen, nicht gesteuerte Zuwanderung in anderen.

Liebe Freunde, die Versäumnisse sind hinlänglich bekannt. Deutschland ist in der Bildung zurückgefallen. Bei der Forschung wird gekürzt, die Bürokratie nicht abgebaut, der Arbeitsmarkt ist nicht flexibilisiert, das Steuersystem nicht vereinfacht, die Wachstums-Barrieren für die Wirtschaft sind nicht beiseite geräumt.