"Hinterlasse nichts als einen Fußabdruck" fordern Postkarten in abgelegenen Landstrichen, die von Massentourismus nicht betroffen sind, ihn aber fürchten. Er kann gleichzeitig Segen und Untergang einer Region sein. Ohne zahlende Touristen geht es oftmals kaum, mit den Urlaubern rollt jedoch eine ganze Infrastruktur an, die das Fischerdorf zum Rummelplatz macht oder die weitläufige Dünenlandschaft zum Spielplatz für große Jungs mit großen Autos. Ihre Hinterlassenschaften nach zwei Wochen Urlaub sind meist mehr als ein oder zwei Fußabdrücke. Doch selbst wer nicht Müll im Nationalpark verstreut und mit Skiern vom Helikopter auf die Piste springt, leistet einen spürbaren Abdruck im Klimaprofil der Erde.

Der Trend heißt daher grün reisen und klimafreundlich unterwegs sein. Doch wann gilt ein Urlaub als klimaverträglich? Sollte man überhaupt noch verreisen, wenn Umweltverbände mahnen, dass erst ab 700 Kilometer Entfernung zum Urlaubsort ein Flug gerechtfertigt und Bahn fahren ansonsten besser ist? Martina Kohl, WWF-Tourismusexpertin, rät nicht gleich vom Reisen ab. "Aber man sollte schon vor einer Reise genau abwägen, ob es denn wirklich in die weite Welt gehen muss, ob man nicht auf einen Umwelt belastenden Flug verzichten kann." Denn Flüge sind die größten CO2-Produzenten, wenn es allein um die Tourismusindustrie geht. Klimaneutral reist, wer möglichst wenig CO2 durch den Flug oder die Fahrt zum Urlaubsort produziert.

Wer dennoch seine Traumreise nach Australien antritt, kann das schlechte Gewissen mit einer Geldspende beruhigen und seine CO2-Bilanz so wieder neutralisieren. Unternehmen wie Atmosfair aus Berlin bieten diesen Service auf ihren Webseiten an. Die schon als "Ablasshandel" verschriene Kompensation von Emissionen ist auch für WWF-Expertin Kohl "nur die zweite Wahl". Verursachten Schaden gut machen sei das eine, ihn gar nicht erst zu verursachen um einiges wünschenswerter. Auch wenn sich kaum jemand zum Verzicht auf die schönste Zeit des Jahres an fernen Stränden durchringen wird, ein schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt hält die Expertin für die falsche Motivation. "Umweltschutz und umweltgerechtes Reiseverhalten sollten ein natürliches Gefühl sein, seinen persönlichen Teil beizutragen, kein Zwang."  

Vor dem Ablass kommt also die Traumreise mit den richtigen Verhaltensregeln. In einer aktuellen Studie des WWF zum "Touristischen Klima-Fußabdruck" ruft die Organisation zu besonnenem Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Strom am Urlaubsort auf. Wer einen Fernflug nicht vermeiden möchte, solle entsprechend lange bleiben. In der Flugsuchmaschine von Routerank.com kann sogar die klimafreundlichste Strecke zum Urlaubsort ermittelt werden.